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15. April 2016, 18:20 Uhr

Großbritannien

Tausende Schulkinder leiden Hunger

Immer mehr Schüler sind in Großbritannien unterernährt, weil sie zu Hause nicht genug zu essen bekommen. Nun fordern Politiker mehr kostenlose Mahlzeiten für Kinder.

Tausende britische Schulkinder sind untergewichtig. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen, wie eine Abgeordnetengruppe des Parlaments warnt. In einem Bericht, den die Politiker vorlegten und über den auch die BBC berichtet, heißt es: "Während einerseits die Fettleibigkeit von Kindern ein Problem ist, steigt gleichzeitig die Zahl der Kinder, die in ihrem ersten und letzten Jahr an der Grundschule untergewichtig sind."

Demnach gibt es immer mehr Kinder, die zu Hause nicht genug zu essen bekommen. 6367 Kinder wurden dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr mit Untergewicht eingeschult. Das sind 16 Prozent mehr als noch drei Jahre zuvor.

Auch zu den Kindern, die die letzte Klasse der Grundschule besuchten, gibt es Zahlen. Demnach waren 7663 Kinder untergewichtig - 15 Prozent mehr als 2012. Die Parlamentarier beziehen sich auf Zahlen vom "National Child Measurement Programme", die sie neu aufbereitet haben. "Für einige Kinder ist das Schulessen mittags die einzige Chance, etwas Vernünftiges in den Magen zu bekommen", heißt es in dem Bericht.

"Für zu viele Kinder ist Hunger ein ständiger Begleiter"

Nur aus einigen Schulen des Landes liegen allerdings umfassende Zahlen vor, demnach kommt mehr als jedes fünfte Kind hungrig zum Unterricht. Einige Schüler litten sogar "unter ständigem Hunger". Man habe zwar nicht genügend Daten, um landesweit ein vollständiges Bild von der Ernährung der Kinder in ihren Familien zu erhalten, schreiben die Parlamentarier. Aber es gibt ausreichend Belege dafür, "dass Hunger für zu viele Kinder ein ständiger Begleiter ist".

Die meisten Familien hätten vermutlich zu wenig Einkommen, um ihre Kinder vernünftig zu ernähren. In manchen Fällen habe der Hunger der Kinder aber mehr mit dem Versagen und einer Vernachlässigung der Eltern zu tun. "Es passiert gerade etwas sehr Verstörendes", sagte der Vorsitzende der Gruppe, Frank Field. "Das eine ist das Versagen der Eltern, das andere die steigende Zahl geringer Einkommen." Es sei schrecklich, wenn ein Kind beides treffe.

Die Gruppe forderte die Regierung auf zu handeln. Sie solle unter anderem einen Teil der Einnahmen aus der neuen Zuckersteuer verwenden, um auch in den Ferien kostenlose Mahlzeiten für arme Kinder anzubieten. Die Zuckersteuer ist eine Maßnahme der britischen Regierung gegen Übergewicht und Diabetes. Sie soll Unternehmen, die zuckerhaltige Softdrinks herstellen, zu einer Abgabe verpflichten.

Ein Regierungssprecher versprach, sich dem Problem anzunehmen: "Wir stimmen mit der Gruppe überein, dass niemand hungrig bleiben sollte, vor allem, wenn jede Menge Essen weggeworfen wird. Wir werden die Empfehlungen des Berichts deshalb sehr sorgfältig prüfen."

fok

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