Studie der TU Chemnitz Mädchen und Frauen in der Mehrheit bei "Fridays for Future"

Jung, weiblich, zum ersten Mal politisch aktiv: Eine Studie zeigt, wer bei den weltweiten "Fridays for Future"-Demonstrationen auf die Straßen gegangen ist.

Demonstrantinnen in Brasilien bei den zweiten weltweiten Klimaprotesten am 24. Mai
Adriano Machado/ REUTERS

Demonstrantinnen in Brasilien bei den zweiten weltweiten Klimaprotesten am 24. Mai


Vor allem Mädchen und Frauen protestieren für mehr Klimaschutz: Beim ersten, weltweiten Klimastreik am 15. März waren bis zu 70 Prozent der rund 1,6 Millionen Teilnehmer weiblich. Das hat eine Studie der TU Chemnitz in Kooperation mit einem internationalen Netzwerk von Wissenschaftlern herausgefunden. Insgesamt wurden Demonstrantinnen und Demonstranten in neun Ländern befragt. In Städten wie Amsterdam, Florenz oder Wien sei der Frauenanteil am höchsten gewesen.

Der Projektleiter der Studie, Piotr Kocyba, führt den hohen Frauenanteil auf die überwiegend weiblichen Führungsfiguren wie die schwedische Initiatorin Greta Thunberg zurück: "Bisherige Demonstrationsbefragungen zeigen ein eher ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern, wobei feministische Demonstrationen überwiegend Frauen und rechte Demonstrationen überwiegend Männer anziehen", erklärte Kocyba in einer Pressemitteilung.

Aber auch Männer scheint Greta Thunberg zu inspirieren: 44 Prozent der Schülerinnen und Schüler gaben an, dass die schwedische Aktivistin sie zur Teilnahme an den Protestesten motivierte.

Außerdem haben sich der Studie zufolge knapp 35 Prozent der Schülerinnen und Schüler Mitte März zum ersten Mal an einer Demonstration beteiligt. Die meisten der Protestierenden seien keine Mitglieder von Umweltorganisation oder unterstützten sie finanziell. Im Vergleich: Rund 42 Prozent der erwachsenen Demonstrierenden gaben an, sich in einer Umweltorganisation zu engagieren.

Für die Studie wurden mehr als 10.000 Teilnehmerbefragungen und 2000 ausgefüllte Fragebögen ausgewertet. Das Durchschnittsalter der Befragten betrug 21 Jahre, sie waren zwischen 14 und 40 Jahren alt. Die Ergebnisse der zweiten, weltweiten Demonstrationen, die am Freitag vor den Europawahlen stattfanden, stehen noch aus.

faq/dpa



insgesamt 97 Beiträge
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mxl 29.05.2019
1. Da braucht man keine Studie ...
man muss einfach hingehen und dann fällt es direkt auf - habe darauf unsere Journalistinnen vor Ort hingewiesen, wurde aber nicht im Bericht erwähnt. In den Diskussionen darüber schälte sich aber ein Grund heraus: Mädchen uns Frauen haben eher ein Gespür für Sorge und Gefahr, vor allem auch in Bezug auf ihre Kinder ...
cri cri 29.05.2019
2. Das beweist die Irrationalität der Debatte
"..waren bis zu 70 Prozent der rund 1,6 Millionen Teilnehmer weiblich" Frauen entscheiden aus einem Bauchgefühl heraus. Das ist gut und richtig so. Aber wir sollten die Zahlen im Fokus behalten. 30% CO2 stammt aus China, 2% aus Deutschland. Nimmt man den menschgemachten Klimawandel als Fakt an, dann wird unsere Abstinenz nichts bewirken. Im Gegenteil: China wird uns mit Waren und Technologie fluten die bestimmt nicht nach Umweltstandards produziert werden und wir ziehen uns zurück auf den Standard eines Sub Sahara Staates. Viel Glück dabei!
fkfkalle3 29.05.2019
3. Sehr erfreulich
Mich wundert diese Konstellation nicht.Die Mädels sind untereinander sehr kommunikativ. Man hat sich längst ausgetauscht , damit einen gemeinsamen Standpunkt gefunden. Wenn es ihnen gelingt diese Haltung auch in wichtigen Gremien zu plazieren, dann wird in naher Zukunft die Parität in der Politik, im Beruf aber auch in den entsprechenden oberen Leitungsbereichen stattfinden. Es bedarf keiner Quote , sondern der eigenen Kraft und dem Stehvermögen.
jjgiphone 29.05.2019
4. Die Bauchfühligen
Da fehlt bei den Bauchfühligen wohl die wissenschaftliche Grundlage in Biologie. Dank Photosynthese beträgt der CO2 Anteil an der Atemluft immer noch 0,0038%.
Freundschafter 29.05.2019
5. Verständlich!
Frauen haben schon immer ein höheres Interesse an Gesundheit und Natur! Die Frage die sich mir hier stellt, ist, ob die Mädchen ihren zukünftigen Kinderwunsch und den Zusammenhang von Überbevölkerung und Klimawandel in Verbindung bringen und sich ggf. für nur ein Kind entscheiden werden.
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