U-18-Wahl Für wen Schüler stimmen

Bei der Bundestagswahl dürfen sie nicht abstimmen - aber bei der U-18-Wahl bekommen sie trotzdem eine Stimme: Mehr als 200.000 Schüler haben sich an der Testabstimmung beteiligt. Das Ergebnis birgt Überraschendes.
Wahlurne der U-18-Wahl

Wahlurne der U-18-Wahl

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/ dpa

Sie dürfen noch nicht wählen, aber hier können sie es schon mal üben: Die U-18-Wahl ermöglichte Kindern und Jugendlichen am Freitag in 1662 Wahllokalen bundesweit wenigstens probehalber einmal abzustimmen. Das vorläufige Ergebnis legten die Initiatoren am Sonntag vor - und so sieht es aus: CDU 28,3 Prozent, SPD 19,8 Prozent, Grüne 16,5 Prozent, Linke 8,1 Prozent und AfD 6,8 Prozent der Stimmen. Auch die FDP würde mit 5,7 Prozent den Einzug in den Bundestag schaffen.

Insgesamt nahmen mehr als 215.000 Kinder und Jugendliche an der Abstimmung teil, wie der Deutsche Bundesjugendring als Koordinierungsstelle für die Wahl mitteilte. Das Endergebnis soll am Montag vorliegen.

Juniorwahl und U-18-Wahl

Im Rahmen der U18-Wahl haben sich Kinder und Jugendliche mit den Programmen der Parteien beschäftigt, mit Kandidaten in den Wahlkreisen debattiert oder mit anderen Kindern und Jugendlichen über Politik gesprochen. Die Wahl wird getragen vom Deutschen Kinderhilfswerk, dem Deutschen Bundesjugendring, den Jugendverbänden und Landesjugendringen sowie vom Berliner U18-Netzwerk.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und von der Bundeszentrale für Politische Bildung.

Seit rund 20 Jahren gibt auch das zweite ähnliche Projekt Kindern und Jugendlichen eine Stimme: die Juniorwahl. Sie verzeichnet in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung. Laut den Veranstaltern nehmen 3500 Schulen bundesweit teil. Zwischen dem 18. und 22. September gehen demnach eine Million Jugendliche - die meisten zwischen 15 und 17 Jahre alt - an die Wahlurne. Die Ergebnisse werden am Wahlsonntag um 18 Uhr veröffentlicht.

Die Juniorwahl findet zu Landtags-, Bundestags- und Europawahlen statt. Initiator Gerald F. Wolff will damit Teenager animieren, als Erwachsene wählen zu gehen. "Wer einmal wählen gegangen ist, tut dies wahrscheinlich wieder. Und wer dreimal gewählt hat, wählt in der Regel für den Rest seines Lebens."

ler/AFP
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