Uno-Bericht Millionen Flüchtlingskinder können nicht in die Schule

Was für andere Kinder normal ist, wird Millionen Flüchtlingskindern verwehrt: der Schulbesuch. Die Uno warnt vor einer "Krise".

Schulkind
DPA

Schulkind


Mehr als die Hälfte der weltweit rund sechs Millionen geflüchteten Kinder und Jugendliche können keine Schule besuchen. Insgesamt seien 3,7 Millionen Mädchen und Jungen in zahlreichen Ländern betroffen, heißt es in einem Bericht des Uno-Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR).

Der Uno-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, sprach von einer "Krise" für Millionen von Kindern. Schulbildung für Flüchtlinge werde schmerzlich vernachlässigt, obwohl sie eine der wenigen Chancen für eine bessere Zukunft bieten könnte.

Nur 50 Prozent der Flüchtlingskinder besuchen demnach eine Grundschule. Zum Vergleich: Der weltweite Durchschnitt liegt bei 90 Prozent. Lediglich ein Prozent könne studieren, weltweit seien es 34 Prozent.

Besonders prekär sei die Lage in ärmeren Staaten, auch rund um Syrien. In der Türkei und im Libanon könnten nicht einmal die Hälfte der syrischen Flüchtlingskinder zur Schule gehen, in Jordanien seien es immerhin 70 Prozent. Insgesamt haben den Angaben zufolge derzeit 900.000 syrische Flüchtlingskinder keine Chance auf einen Schulbesuch.

Der Umgang mit mehr als 21 Millionen geflüchteten Menschen ist beim Uno-Gipfel am 19. und 20. September in New York eines der Hauptthemen der Staats- und Regierungschefs.

kry/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.