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24. März 2018, 21:23 Uhr

Anti-Waffen-Proteste in Washington

Sechs Minuten und 20 Sekunden Stille

Es sind die größten Anti-Waffen-Proteste in den USA seit Jahrzehnten: Unter dem Titel "Marsch für unsere Leben" demonstrierten vor allem Schüler in Washington und anderen Städten im ganzen Land für schärfere Gesetze.

Mehr als einen Monat nach dem Schulmassaker von Parkland mit 17 Toten ist es in den USA landesweit zu Protesten gegen Waffengewalt gekommen. Allein in Washington versammelten sich Hunderttausend überwiegend junge Leute zu einem "Marsch für unsere Leben".

Große Kundgebungen fanden auch in Chicago, Boston, Philadelphia, Miami, Minneapolis, Houston, Los Angeles sowie in New York statt. Protestler vor dem Trump-Tower hielten selbst gemalte Schilder mit Parolen wie "Wenn unsere Führer sich wie Kinder verhalten, müssen Kinder führen" hoch.

Organisiert wurde die Veranstaltung in der US-Hauptstadt von Schülern der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland in Florida. Dort hatte ein 19-Jähriger am 14. Februar 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Seitdem haben überlebende Schüler eine Protestaktion gegen Waffengewalt und für striktere US-Waffengesetze gestartet, die mittlerweile zu einer Bewegung mit landesweiten Protesten geworden ist. Auch viele Eltern schlossen sich an.

Überlebende des Amoklaufs ergreifen das Wort

Einige der Überlebenden richteten während der Veranstaltung das Wort an die Demonstranten. Emma González, ebenfalls Schülerin der Stoneman Douglas High School, stand schweigend vor den Menschenmassen auf der Bühne. Sechs Minuten und 20 Sekunden blieb sie still - so lange habe es gedauert, bis der Amokläufer 17 Menschen an ihrer Schule getötet hatte, sagte sie dann. González gehört zu der Gruppe von Schülern, die nach der Bluttat zu Protesten aufgerufen hatte.

Auch bekannte Persönlichkeiten nahmen an den Demonstrationen teil. Sänger Paul McCartney lief bei einer Demonstration in New York nahe des Central Parks mit. Er sagte, er sei persönlich von der Debatte um Waffengesetze betroffen. "Einer meiner besten Freunde ist nicht weit von hier erschossen worden", sagte McCartney dem Fernsehsender CNN. Damit bezog er sich auf seinen Beatles-Bandkollegen John Lennon, der 1980 in der Nähe des Parks erschossen worden war.

Demos auch außerhalb der USA

In Parkland selber versammelten sich am Samstag ebenfalls Tausende zu einer Kundgebung. "Und das ist erst der Anfang", sagte Adam Buchwald, einer der überlebenden Schüler, vor der Menschenmenge.

Insgesamt waren den Organisatoren zufolge mehr als 800 Demonstrationen in den USA und weltweit geplant. Fotos von Solidaritätskundgebungen in Nordirland, auf Mauritius und in Schweden machten auf Twitter die Runde. Auch in Paris und London sowie in mehreren deutschen Städten gab es Demonstrationen - darunter in München und Berlin.

In der bayerischen Landeshauptstadt nahmen nach Angaben der Veranstalter rund 300 Menschen an dem Protestmarsch teil, der auch am US-Konsulat vorbeiführte. In Berlin kamen Schätzungen von Reuters-Journalisten zufolge ebenfalls bis zu 300 Menschen zusammen.

Trump war lieber in Mar-a-Lago

US-Präsident Donald Trumphielt sich weder in Washington noch in New York auf. Er verbrachte das Wochenende auf seinem privaten Luxusanwesen Mar-a-Lago in Florida. Das Weiße Haus veröffentlichte jedoch eine Erklärung, in der es hieß: "Wir applaudieren den vielen mutigen jungen Amerikanern, die heute ihr Verfassungsrecht nach Artikel 1 (Recht auf freie Meinungsäußerung) ausüben. Unsere Kinder zu schützen ist eine Top-Priorität des Präsidenten (...)."

mho/ans/dpa/AFP/Reuters

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