Spendenprojekt in den USA "Kinder sollten nicht hungrig lernen"

Hunderte Schüler in einem US-Städtchen haben sich wegen ihres Mittagessens verschuldet. Ein Immobilienmakler fand das untragbar - und übernahm kurzerhand die Rechnung für 400 Kinder.
Foto: Charlie Schuck/ Getty Images

Die Zahlen verstörten den US-Immobilienmakler Andrew Levy: Rund 400 Kinder an Schulen seiner Stadt Jupiter in Florida hatten sich wegen ihres Mittagessens verschuldet. "Ich dachte, das ist verrückt. Kinder sollten nicht hungrig lernen", sagte er dem Fernsehsender CNN .

Die Schüler standen laut einer Elternanfrage mit insgesamt 950 Dollar in der Kreide. Als Levy von dem Problem erfuhr, entschied er, die Kosten zu übernehmen. Damit wollte er verhindern, dass die verschuldeten Schüler künftig kein warmes Mittagessen mehr bekommen.

Allerdings kam ihm das nicht sonderlich nachhaltig vor. Er kündigte laut dem Sender an, eine Spendenwebsite einzurichten, damit "sich die Schulden für das Mittagessen nie ansammeln, sodass sich Kinder nie um eine warme Mahlzeit und Eltern nie um die Bezahlung der Rechnung sorgen müssen".

Die Resonanz auf sein Vorhaben war dem Bericht zufolge groß. Rund 200 Menschen hätten ihre Unterstützung allein via Facebook zugesichert. Damit könne das Spendenprojekt nicht nur die Essensschulden der Schüler in seiner Stadt in den Griff bekommen.

Eine Sprecherin des Bezirks teilte CNN mit, dass die Essensschulden der rund 180.000 Schüler im gesamten Bezirk derzeit bei rund 50.000 US-Dollar lägen.

Essensgeld in Deutschland - Anträge zu kompliziert?

In Deutschland können Eltern über das Bildungs- und Teilhabepaket unter anderem Essensgeld für ihr Kind beantragen. Verbände wie der Deutsche Kinderschutzbund finden die Anträge allerdings zu kompliziert. Studien haben gezeigt, dass das Geld bei vielen Berechtigten nicht ankommt.

sun