Kalifornien Lehrer verprügelt Schüler - und bekommt Spenden über 174.000 Dollar

Ein Lehrer in den USA nimmt einen Schüler in den Schwitzkasten und drischt mehrfach auf ihn ein. Gerechtfertigt, sagt eine frühere Kollegin - und erntet im Internet viel Zustimmung.


Ein Lehrer in Kalifornien hat einen Schüler massiv verprügelt - und erfährt eine Welle der Solidarität. Auf einem Video, das ABC News zeigt, ist zu sehen, wie Marston Riley mehrmals auf einen Schüler einschlägt, ihn dann in den Schwitzkasten nimmt und weiter auf ihn eindrischt.

Er wurde festgenommen, sieht einer Anklage wegen Kindesmisshandlung entgegen und wird wahrscheinlich aus dem Schuldienst entlassen. Die Kaution wurde auf 50.000 Dollar festgesetzt.

174.000 Dollar auf Spendenkonto eingegangen

Um die Kaution zahlen zu können, rief eine ehemalige Kollegin eine Spendenaktion ins Leben. Riley sei "ein großartiger Mensch und Lehrer". Mittlerweile ist Riley wieder auf freiem Fuß - denn auf dem Spendenkonto sind bisher 174.000 Dollar eingegangen.

Rileys Ex-Kollegin sagt, dass der Lehrer seinerseits angegriffen worden sei - und zwar "nicht das erste Mal, körperlich und verbal".

Im ABC-Video heißt es, im konkreten Fall habe der Schüler den Lehrer rassistisch beschimpft und einen Basketball nach ihm geworfen. Riley habe dem Schüler daraufhin gesagt, dass er den Raum verlassen solle. Als die Beleidigungen jedoch nicht aufgehört hätten, habe er zugeschlagen.

Im Internet erntet Riley breite Zustimmung. Auf YouTube kommentieren Nutzer: "Gut gemacht, Lehrer!" und "Ich sehe nichts Schlimmes".

14 Prozent der deutschen Eltern befürworten "Tracht Prügel"

Auch in Deutschland werden körperliche Strafen in der Erziehung von einem Teil der Bevölkerung akzeptiert. 40 Prozent aller Eltern befürworten den "Klaps auf den Po", 14 Prozent bestrafen ihre Kinder mit einer "Tracht Prügel" oder mit Stockschlägen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts im Jahr 2012. Als Hauptgründe gaben die Eltern an, dass ihre Kinder unverschämt gewesen seien oder sich aggressiv verhalten hätten.

Die körperliche Züchtigung in der Erziehung ist in Deutschland seit dem Jahr 2000 per Gesetz verboten. Das Recht auf gewaltfreie Erziehung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und in der Uno-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Das Gesetz sieht keine Ausnahmen für "unverschämte Kinder" oder Streitsituationen vor.

sth



insgesamt 127 Beiträge
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chjuma 10.11.2018
1. Prügel geht gar nicht.
Aber sich gegen Kinder körperlich zu wehren sollte schon möglich sein, ohne seine Existenz zu verlieren. Die Welt funktioniert nun mal so. Und wenn Kinder keine Grenzen erfahren werden sie später an diesen zerschellen. Darum sollte man auch Kindern, die rabiat alle Grenzen überschreiten, diese auch legal setzen dürfen. Die Antwort darauf bleibt der Gesetzgeber schuldig. Und auch den Kindern, die nicht wissen was sie tun.
Sindbad2702 10.11.2018
2. Wohin das mittlerweile führt sieht man
jeden Tag!
nixproblem 10.11.2018
3. Notwehr
Das Gesetz seht zwar keine Ausnahmen für Prügelstrafen etc. vor. Allerdings kann körperliche Gewalt sehr wohl im Rahmen einer Notwehr eingesetzt werden.
wortmacht 10.11.2018
4.
Wer Prügel, nicht Verteidigung gegen Gewalt, für Kinder wegen Beleidigung gutheißt, bei dem ist wohl bei den eigenen Prügeln ne ganze Menge kaputt gegangen.
weroc 10.11.2018
5. Spenden für einen Prügel-Lehrer?
Egal was der Junge getan hat, als Lehrer sollte er da wirklich drüber stehen können. Und sollte es mehrfach vorgekommen sein, so frage ich mich eher warum der betreffende Schüler nicht suspendiert wird. Für mich einfach nur unverständlich, wie es dabei Zustimmung geben kann
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