Verhinderte Weltumseglerin Verschwundene Laura Dekker wieder aufgetaucht

Sie wollte mit ihren 14 Jahren als jüngste Seglerin allein die Welt umrunden, doch die Behörden verboten es ihr: Dann verschwand Laura Dekker. Nun ist die Schülerin gefunden worden - auf der Karibikinsel St. Maarten.
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Laura Dekker: Teenie-Seglerin in der Karibik entdeckt

Foto: A1820 epa anp Valerie Kuypers/ dpa

Amsterdam - Laura Dekker wollte partout allein rund um den Globus segeln. Doch niederländische Familienrichter durchkreuzten ihren Rekordversuch. Frühestens im Sommer 2010 dürfe die erst 14-Jährige in See stechen, entschieden sie. Der Trubel um das Mädchen, dessen Vater es bei dem Vorhaben immer unterstützt und dadurch für großes Aufsehen gesorgt hatte, legte sich.

Doch dann verschwand Laura Dekker: Sie ist offenbar von Zuhause ausgerissen - und nun von der Polizei auf der Karibikinsel St. Maarten entdeckt worden. Das berichteten der niederländische Sender NOS und die Zeitung "De Volkskrant" am Sonntag. Sie beriefen sich auf die Polizei auf St. Maarten und die niederländische Jugendschutzbehörde.

Ob die Schülerin insgeheim zu ihrer verbotenen Solo-Weltumseglung aufbrechen wollte, ist unklar. Dagegen spricht jedoch, dass ihr Segelboot "Guppy" nach ihrem Verschwinden weiter im Jachthafen lag.

Die Polizei in Utrecht hatte zuvor mitgeteilt, dass die Eltern des Mädchens ihr Kind vermisst gemeldet hätten. Die Polizei bat um internationale Hilfe bei der Suche nach Dekker, ging nach eigenen Angaben aber nicht von einem Verbrechen aus.

Niederländische Zeitungen hatten berichtet, dass die 14-Jährige am Donnerstag 3500 Euro von ihrem Konto abgehoben habe und danach nicht mehr zu ihrem Vater zurückgekehrt sei, bei dem sie bislang wohnte. Ihr Verhalten habe mit dem vom Gericht verhängten Verbot zu tun, heißt es. Laura sei seelisch in eine "negative Spirale" geraten, erklärte jetzt ein Familiensprecher. "Sie hatte das Gefühl, dass alle gegen sie waren. Was immer wir sagten, sie glaubte nicht daran, dass man ihr die Weltumseglung doch noch erlauben würde." Ihr Verschwinden sei für die Familie dennoch völlig überraschend, versicherte der Sprecher. "Das sieht nach einer Ein- oder Zwei-Personen-Aktion aus."

Laura Dekker wollte bereits als 13-Jährige allein die Welt umsegeln, wurde jedoch vom Gericht in Utrecht daran gehindert. Zugleich wurde sie der staatlichen Fürsorge unterstellt, da ihr Vater, selbst ein passionierter Segler, das Vorhaben seiner Tochter uneingeschränkt unterstützte.

Das Familiengericht hatte Ende Oktober angeordnet, dass Laura noch mindestens bis zum 1. Juli unter der Vormundschaft des Amtes für Kinderschutz bleiben muss. Sie durfte aber weiter bei ihrem Vater wohnen, der ihre geplante Weltreise gut hieß. Das Gericht hatte Lauras geschiedenen Eltern ausdrücklich untersagt, das Mädchen in See stechen zu lassen. Als Hauptgrund gab es an, dass ein so schwieriger Solo-Segeltörn derzeit noch "Lauras Gesundheit und ihre geistige Entwicklung gefährden" könne. Die amtliche Vormundschaft soll dafür sorgen, dass genug Zeit ist "zu prüfen, ob die Reise ausreichend vorbereitet ist, und zu überwachen, dass Laura nicht auf unverantwortliche Weise startet".

wit/AP/dpa
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