Verprügelte 15-Jährige Indische Schülerin stirbt nach Schlägen ihres Lehrers

Ein tragischer Todesfall beschäftigt die indische Öffentlichkeit: Nachdem ein Lehrer eine Schülerin auf den Kopf geschlagen hatte, lag die 15-Jährige drei Monate im Koma und ist jetzt gestorben. Ihre Familie erhebt schwere Vorwürfe gegen den Lehrer und die Polizei.

Noch ist nicht eindeutig geklärt, ob Rinky Kaushik an den Folgen der Schläge starb. Trotzdem protestierte gestern eine aufgebrachte Menge in der indischen Millionenstadt Neu Delhi vor der Schule der 15-jährigen Schülerin Rinky Kaush, die Mittwoch nach drei Monaten im Koma gestorben war. Für die Demonstranten steht der Schuldige an ihrem Tod fest: ein Englisch- und Mathelehrer, der Rinky mit einem Stock bewusstlos geschlagen hatte.

In ihrem letzten Schuljahr hatte sich das Mädchen im November 2007 geweigert, Privatunterricht bei diesem Lehrer zu nehmen. Nach Darstellung der Familie schlug der Lehrer, der auch Sohn des Schulleiters ist, das Mädchen deshalb mehrfach mit einem Stock auf den Kopf. Die Schülerin hatte drei Stunden nach den Schlägen das Bewusstsein wiedererlangt. Der Lehrer soll ihr befohlen haben, nicht über den Vorfall zu sprechen.

Rinky hatte sich bei ihren Eltern zunächst über starke Kopfschmerzen beklagt, die auch ihre Sehfähigkeit eingeschränkten. Den Grund habe sie erst nach fünf Tagen offenbart, so ihre Mutter. Knapp zwei Monate später, im Januar 2008, fiel die Schülerin ins Koma. In einem Krankenhaus wurde sie am Kopf operiert: "Sie hatte an einer ernsten Komplikation im Gehirn gelitten, die durch den Angriff verschlimmert wurde", erklärte der Geschäftsführer des Krankenhauses. Die monatelange Krankheit habe ihr Immunsystem jedoch zu stark geschwächt. Die Klinik gab Blutvergiftung als Todesursache an.

Der Vater der Zehntklässlerin erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Polizei - sie schütze den Lehrer und dessen Vater, den Schulleiter: "Viele Offizielle haben uns Hilfe versprochen. Uns wurde gesagt, dass die Beschuldigten festgenommen werden und wir finanzielle Hilfe erhalten", bekräftigt der Vater - Hilfe sei nicht gekommen, aber der Lehrer weiter auf freiem Fuß. Der Neffe behauptet sogar, der Lehrer habe der Familie einen "Kompromiss" angeboten, doch die Polizei habe ihre Beschwerde nicht ernst genommen.

Indische Medien hatten das Schicksal der Komapatientin Rinky in den letzten Monaten begleitet, auch Politiker wie der Bildungsminister eilten an ihr Krankenbett. Trotz des medialen Interesses und der Unterstützung zahlreicher Politiker sei die Familie jedoch weiter bedroht worden, behauptet der Vater.

Die Polizei hat unterdessen Vorwürfe zurückgewiesen, nach denen der Lehrer bereits gefasst und gegen Zahlung einer Kaution wieder auf freiem Fuß ist: "Wir haben jeden Versuch unternommen, den Angeklagten festzunehmen, und hoffen nun, ihn so schnell wie möglich festzunehmen", erklärte ein Polizeisprecher. Die Behörden seien währenddessen damit beschäftigt, die frühere Krankheitsgeschichte der Schülerin und die Folgen der Stockschläge zu bewerten.

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