Volksbegehren Zurück zum neunstufigen Gymnasium

Bayern treibt seine Schüler an. Statt wie bislang in neun sollen die Schüler in acht Jahren das Gymnasium durchlaufen. Eine Initiative fordert jetzt Entschleunigung: Sie hat das "Volksbegehren G9" angestrengt.


Schülerin: Belastet das höhere Lerntempo?
DDP

Schülerin: Belastet das höhere Lerntempo?

In Bayern ist heute ein Volksbegehren für die Wiedereinführung des neunstufigen Gymnasiums gestartet. Eine private Initiative von Eltern, Lehrern und Schülern aus Unterfranken will das erst in diesem Schuljahr eingeführte achtstufige Gymnasium wieder stoppen. Die Schüler würden durch das höhere Lerntempo zu stark belastet, argumentieren die Kritiker. Außerdem fehlten Lehrkräfte und ein Konzept zur Ganztagsbetreuung. Die Eintragungsfrist läuft bis zum 27. Juni.

Die Initiative "Volksbegehren G9" wirft der Staatsregierung vor, das achtstufige Gymnasium "völlig konzeptionslos" eingeführt zu haben. Die Zeitdauer bis zum Abitur sei aus rein politischen Gründen festgelegt worden. Lerninhalte und Gestaltung der Lehrpläne seien Nebensache gewesen, bemängeln die Kritiker. Die Kinder säßen bis zu 36 Stunden pro Woche im Unterricht, ihre Arbeitstage seien länger als die ihrer Eltern. Außerdem bleibe den Schülern zu wenig Freizeit.

Lehrer- und Elternverbände unterstützen das Volksbegehren nicht. Das Volksbegehren hat Erfolg, wenn mindestens zehn Prozent der Stimmberechtigten dafür sind, das wären rund 916.000. Ein erfolgreiches Volksbegehren geht zur Abstimmung an den Landtag. Lehnt dieser den vorgeschlagenen Gesetzentwurf ab, muss darüber per Volksentscheid abgestimmt werden.



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