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Prominente Ex-Waldorfschüler: "Etwas skurril und auch spannend"

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100 Jahre Rudolf-Steiner-Schulen Prominente "Waldis" erzählen

Sarah Wiener flog nach drei Jahren raus, Martin Semmelrogge musste Haare lassen und Wotan Wilke Möhring lernte etwas Solides: Zum Jubiläum der Waldorfschulen erzählen prominente "Waldis" aus ihrer Schulzeit.

Sie können ihren Namen tanzen, aber nicht rechnen. Solche Klischees über Waldorfschüler halten sich hartnäckig. Schon vor Jahrzehnten soll im Familienclan Piëch, der eins der größten Autoimperien in Deutschland prägte, über den Unterricht gelästert worden sein: "basteln, häkeln, singen". Das zielte gegen Cousins aus der Porsche-Familie, die Waldorfianer oder "Waldis" waren.

In diesem Jahr feiern die Waldorfschulen ihr hundertjähriges Jubiläum. 1919 gründete der Besitzer einer Zigarettenfabrik in Stuttgart die erste Waldorfschule. Die Leitung übernahm der umstrittene Österreicher Rudolf Steiner. Seine Lehre prägt bis heute das Konzept an den 245 Freien Waldorfschulen in Deutschland.

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Prominente Ex-Waldorfschüler: "Etwas skurril und auch spannend"

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Das Konzept: Bis zur Oberstufe gibt es keine Noten. Fächer wie Mathe, Deutsch und Geografie werden in mehrwöchigen Blöcken - "Epochen" - unterrichtet, und zwar bis zur achten Klasse in der Regel von einem einzigen Lehrer. Weitere Unterrichtsinhalte: Stricken, Gartenbau, Korbflechten und Eurythmie. Versprochen wird freieres, ganzheitlicheres Lernen als an anderen Schulen.

Aber: Das Modell spaltet die Gemüter - in begeisterte "Waldis" und scharfe Kritiker. Sie zweifeln zum Beispiel an den Leistungsstandards der Waldorfschulen oder bemängeln, dass die steinersche Lehre an einigen Schulen zu dogmatisch umgesetzt werde. Die Waldorfschulen haben sich zudem wiederholt von rassistischen Äußerungen distanziert, die Rudolf Steiner zu Lebzeiten machte.

Überzeugte Waldorfianer dagegen schwärmen bis heute von ihrer Schulzeit, und viele Eltern überzeugt das Konzept. Waldorfschulen erleben Zulauf.

Zu den Absolventen gehören auch mehrere Prominente. Sie haben dem SPIEGEL von den schönsten und schlimmsten Momenten ihrer Schulzeit berichtet.

Mit Material von dpa
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