Was Abiturienten lesen müssen Goethe war gut

Goethe ist auf der Literaturliste von Schulen in Nordrhein-Westfalen klarer Favorit: Kein anderer Autor wurde im Abiturjahrgang 2002 so häufig gelesen. Als moderne Klassiker liegen Bertolt Brecht und Max Frisch gut im Rennen.


Wenn das der Freiherr wüsste: Goethes Werke bleiben gefragt
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Johann Wolfgang von Goethe wird in den Oberstufen Nordrhein-Westfalens besonders häufig gelesen. Das ermittelte das NRW-Bildungsministerium in einer repräsentativen Auswertung der Lektürepläne der Oberstufen von Gymnasien und Gesamtschulen im Regierungsbezirk Düsseldorf. Die beliebtesten Werke von Goethe sind "Die Leiden des jungen Werther" und "Faust I". Die meistgelesenen modernen Klassiker waren "Galileo Galileo" von Bertolt Brecht und "Homo Faber" von Max Frisch.

Nach Ansicht von Bildungsministerin Gabriele Behler ist das "häufig geäußerte Vorurteil widerlegt, Abiturientinnen und Abiturienten läsen wenig und hätten vor allem keine Kenntnis der Klassiker". Literatur der Klassik steht in der Oberstufe eindeutig im Vordergrund und wird bei der Abiturvorbereitung bevorzugt.

Thomas Mann: Einer der großen Erzähler des letzten Jahrhunderts
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Dazu zählen beispielsweise "Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing, "Kabale und Liebe" oder "Die Räuber" von Friedrich Schiller, "Aus dem Leben eines Taugenichts" von Joseph von Eichendorff und "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann. Stark vertreten ist auch das 19. Jahrhundert mit Autoren wie Georg Büchner, Theodor Fontane, Theodor Storm oder Gerhart Hauptmann.

Auf der Hitliste der großen Erzähler und Romanciers des 20. Jahrhundert steht die Autorenfamilie Mann ganz an der Spitze: Heinrich Mann mit der "Der Untertan" und "Professor Unrat", Thomas Mann mit "Tod in Venedig", den "Buddenbrooks" und "Mario und der Zauberer". Hinzu kommen etwa Franz Kafkas "Prozess" und "Urteil", Robert Musils "Zögling Törleß" und Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz".

"Das Parfüm" von Patrick Süskind: Einer der aktuellen Favoriten von Deutschlehrern

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Je mehr man sich im Deutschunterricht der Gegenwart nähert, desto stärker streut die Lektüre über eine Vielzahl von Autoren. Besonders gefragt bei der Nachkriegsliteratur sind Günter Grass, Heinrich Böll, Siegfried Lenz sowie Ulrich Plenzdorf - schon weil sein Buch "Die neuen Leiden des jungen W." so schön zu Goethe passt.

Unter den aktuellen Autoren greifen Deutschlehrer gern zu den Werken von Christa Wolf, Patrick Süskind oder Sten Nadolny. Auch Michael Ondaatje hat mit "Der englische Patient" den Sprung in die Lehrpläne geschafft.






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