WG-Quiz Willkommen in der Vorhölle

Studienplatz klar, Umzug vorbereitet, Adieu Eltern - jetzt fehlt noch das Zimmer in der neuen Stadt. Doch wer in eine Wohngemeinschaft ziehen will, kommt auf den Kandidatengrill. Kommune, Jungs-WG oder Pärchenwohnung: Können Sie die Bewohner überzeugen? SPIEGEL ONLINE macht den Test.

Soziale Netze sind eine feine Sache, wenn es darum geht, zum Beispiel die lieben Erasmuskollegen nicht aus den Augen zu verlieren. Oder um sich in sinnfreien Studi-VZ-Gruppen wie "Ich will eine WG mit George Clooney" einzutragen.

Klassische Zweck-WG: Hier interessiert keinen, was der andere macht

Klassische Zweck-WG: Hier interessiert keinen, was der andere macht

Foto: SPIEGEL ONLINE

Unangenehm werden sie, wenn potentielle Arbeitgeber oder lose Bekannte darin herumstöbern - oder Wohngemeinschaften sich einbilden, sie könnten via Social Network prima künftige Mitbewohner durchleuchten.

Mittlerweile ist diese Form des virtuellen WG-Castings beliebt. So bekam ein Münchner Student bei der Zimmersuche die Anweisung, er möge doch bitte schreiben, wie er bei den Lokalisten, Studi-VZ, Facebook, Myspace und Xing heiße - und dann möglichst schnell die Freundschaftsanfragen der potentiellen Mitbewohner annehmen. Man wolle sich vorher ein Bild machen, ehe man mit der umständlichen persönlichen Einladungsrunde beginnt.

Vorselektion per Internet-Profil? Pech hat da, wer ehrlich zu seiner Tagesration von zwei Schachteln Zigaretten oder zu Tier- oder Proseccoallergien steht. Wer lustig sein will und auf Facebook bei politischer Gesinnung "sehr konservativ" anklickt (oder als Religion "Rührei mit Schinken"), der wird gar nicht erst eingeladen. Und erfährt nie warum.

Der zweite Schritt nach der virtuellen Klippe führt direkt in die Vorhölle des WG-Lebens: zum WG-Casting. Treppauf kommt einem der letzte Prüfling leichenblass entgegen, unten schleicht gleich der nächste Aspirant die Stufen nach oben. Auf der Couch oder am Küchentisch lungern betont entspannt jene, die bald die neuen Mitbewohner werden könnten.

Jetzt aber wollen sie erst einmal Inquisition spielen. Durchatmen. Sind ja auch nur Studenten? Falsch!

So ein Casting haben auch die WG-Insassen schon durchlitten. Jetzt rächen sie sich ohne Gnade. Wie beim Stanford-Prison-Experiment fehlt die soziale Kontrolle, der Suchende ist in der Wohnung Bittsteller. Das Grüppchen WG-Menschen kostet dies jetzt so richtig aus.

"Mal doch mal ein Bild von dir" ist da noch eine harmlose Prüfung, mit der die Leute dir in die Seele leuchten wollen - und später sollst du mit den gleichen Typen vertrauensselig den Kühlschrank und ein Klo teilen.

Fit für die Inquisition, mit dem WG-Casting-Quiz

Natürlich soll dem Suchenden die WG gefallen. Aber viel wichtiger ist dann doch: Gefällt der mögliche Neue der WG? Mal sind Wohngemeinschaften homogene Haufen politisch Gleichgesinnter, mal Partymekka für das halbe Lehramtssemester oder auch reiner Zweckverbund für Sparsame.

Das WG-Casting-Quiz von SPIEGEL ONLINE macht Sucher fit für tückische Fragen in den WG-Auswahlritualen. Wer diesen Test besteht, kann bald mit Computernerds die Nacht durchzocken oder mit autonomen Kommunarden die nächste Farbbeutelaktion eintüten. Und zu gewinnen gibt es auch etwas: einen Jeep, eine Kreuzfahrt oder eine WG-taugliche Espressomaschine.

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