Kretschmann gegen Lehrer-Schelte "Eltern und Lehrer müssen an einem Strang ziehen"

Ministerpräsident Winfried Kretschmann fordert mehr Respekt für Lehrer. Der Beruf sei schwer und wichtig, sagte er beim Gewerkschaftstag der GEW. Trotzdem bekämen Lehrer von vielen Seiten Prügel.
Kretschmann beim Gewerkschaftstag

Kretschmann beim Gewerkschaftstag

Foto: Patrick Seeger/ dpa

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat Eltern an Deutschlands Schulen zu einem Miteinander mit den Lehrern aufgerufen. "Eltern und Lehrer und Schule müssen an einem Strang ziehen, und zwar möglichst in dieselbe Richtung", sagte Kretschmann zur Eröffnung des 28. bundesweiten Gewerkschaftstages der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Samstag in Freiburg.

Nötig sei ein Umdenken vieler Eltern. Lehrer benötigten mehr Respekt und Unterstützung. Nur so erhielten Schüler eine gute Bildung.

Kretschmann, Ministerpräsident seit 2011, war früher selbst Lehrer. "Lehrerin oder Lehrer zu sein - das ist ein schwerer Job. Und es ist ein äußerst wichtiger Job", sagte Kretschmann: "Trotzdem kriegen Lehrer von vielen Seiten Prügel, nicht zuletzt von den Eltern."

Der GEW-Gewerkschaftstag findet alle vier Jahre statt, diesmal in Freiburg. 432 Delegierte aus ganz Deutschland beraten fünf Tage lang über die deutsche Bildungs- und Gewerkschaftspolitik.

Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe und der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann, forderten Bund und Länder auf, für Bildung mehr Geld bereitzustellen. Baden-Württemberg hat in diesem Jahr den Vorsitz in der bundesweiten Kultusministerkonferenz.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde Kretschmann mit der Aussage zitiert, "dieses ständige Gemotze muss aufhören". Dieses Zitat hat die Nachrichtenagentur dpa, auf deren Bericht unser Text basierte, am Montagabend zurückgezogen, weil es in der wörtlich gehaltenen Rede des Ministerpräsidenten nicht vorkam. Das verwendete Zitat stammte demnach aus dem schriftlichen Redemanuskript, es galt aber das gesprochene Wort.

sun/dpa
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