Friesland Neunjähriger ruft Polizei - wegen falscher Weihnachtsgeschenke

Weil er überhaupt nicht zufrieden war mit seinen Geschenken, rief ein Junge am ersten Weihnachtstag die Polizei. Die Beamten kamen - und stellten fest, dass sein Ärger durchaus berechtigt war.
Unzufriedenes Kind an Weihnachten (Symbolbild)

Unzufriedenes Kind an Weihnachten (Symbolbild)

Foto: RubberBall Productions/ Getty Images

Es war ein ungewöhnlicher Einsatz für die Polizisten: Ein neunjähriger Junge hatte in Zetel im Landkreis Friesland am ersten Weihnachtstag die Beamten gerufen. Der Grund: Er war zutiefst unzufrieden mit den Geschenken, die er unterm Weihnachtsbaum gefunden hatte.

Die Beamten hätten vor Ort einen sehr verärgerten Jungen vorgefunden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Polizisten hätten sich demnach sofort auf Spurensuche begeben und die Geschenke mit dem Wunschzettel des Jungen verglichen. Tatsächlich stimmte beides nicht überein. Letztlich konnten die Beamten den Familienstreit am Dienstag aber doch noch schlichten.

Tatsächlich kommt es immer wieder vor, dass Kinder - oder vermehrt auch Eltern - wegen Lappalien die 110 wählen. Und ist diese Telefonnummer einmal gewählt, gibt es kein Zurück: Ein Einsatzwagen kommt, mag der Anlass noch so banal sein.

In Hamburg hat kürzlich eine Mutter die Polizei gerufen, weil ihr dreijähriges Kind sich mit einem anderen Kind um ein Dreirad stritt. Die beiden Kinder waren offenbar in einer Kindertagesstätte im Stadtteil Winterhude aneinandergeraten, wie mehrere lokale Medien berichteten. Sie hätten geschrien und einander gekratzt.

Es gibt sogar Eltern, die aus Überforderung eine Streife anfordern, etwa wenn das Kind nicht ins Bett gehen will.

In dem neuen Buch "Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen" der SPIEGEL-ONLINE-Redakteurinnen Lena Greiner und Carola Padtberg packen Hebammen, Erzieher, Lehrer, Sporttrainer, Professoren, Anwälte, Ärzte, Studienberater und Kinder aus, was sie mit übermotivierten Eltern erlebt haben.

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Das sind freilich nicht Eltern des Typs Helikopter, der überfürsorglich und ehrgeizig ist, aber doch Eltern, die meinen, zwei von Steuern finanzierte Polizeibeamte seien die richtige Adresse, an die man sich mit seinen privaten Erziehungsproblemen wenden könnte.

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lgr/dpa