Abschied von StudiVZ und Xing Mein digitaler Selbstmord

4. Teil: In der allergrößten Not - am Tag vier - hilft der Account des Bruders


Am vierten Abend sitzen Sabine und Ramona bei mir auf dem Sofa. Ramona verkündet: "Ich habe übrigens ein super cooles neues Profilbild." Sie lacht und nimmt sich damit selbst nicht ganz ernst. Es ist ja nun mal so, dass jeder von sich ein super cooles Foto reinstellt, damit andere es auch super cool finden. Super cooles StudiVZ-Posing

Ramona erhebt den Zeigefinger in meine Richtung: "Dir soll ich übrigens von der Simone sagen, dass sie schwer enttäuscht ist von dir. Du bist ja gar nicht mehr im StudiVZ ..." Kürzlich erst habe ich mich nämlich noch aufgeregt über den neuen Inkognitowahnsinn im StudiVZ: Neue AGB hin oder her, wenn jetzt alle aus ihrem Namen Buchstabensalat machen, sich hinter Sonnenbrillen verstecken und am besten noch die falsche Uni angeben, ist das StudiVZ doch witzlos. Mein Credo damals: Mein Name bleibt im StudiVZ. Jetzt ist er draußen. Und ich auch. "Möchten Sie sich zu ihrem Austritt äußern, Frau Lüpke-Narberhaus?" bohrt Ramona weiter. Nein - im Zweifel für den Angeklagten.

Am nächsten Abend ruft mich meine beste Freundin an. Sie fühlt sich einsam. Heute, so gesteht sie mir, hat sie den Account ihres Bruders missbraucht und sich ins StudiVZ eingeloggt. Sie musste einfach wissen, ob sie was verpasst hat. Hat sie nicht. Alles beim Alten. Vielleicht sollte ich auch mal meinen Bruder anhauen ...?!

insgesamt 79 Beiträge
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silenced 03.02.2008
1. ha, erwischt ...
wer behauptet denn dass studi-vz, xing und/oder facebook und was es noch so alles gibt "zum studenleben gehoert" ? das sind doch nur die allgegenwaertigen medien und diese suggerierem einem: du musst da sein sonst wird das nichts mit dir, was exact bringen einem denn diese angeblichen so wichtigen netzwerke ? richtig, gar nichts ausser viel werbung und ein persoenlichkeitsprofil was man gar nicht von sich anlegen lassen wollte ich gratuliere der frau frauke luepke-narberhaus zur erkenntnis: den kram brauch ich nicht
rogra 03.02.2008
2. Selbstmord oder Auferstehung ??
den Artikel finde ich prima - Sich selbst erleben und wirkliche Menschen zu treffen kann kein Portal ersetzen. Glückwunsch für die Autorin. Bedenklich allerdings, dass man darüber Berichte verfasst, als sei Autonomie eine Heldentat
Sagehorn 03.02.2008
3. Ahja..
Von gesellschaftlicher Abhängigkeit kann keine Rede sein. Wenn die gute Frau meint aussteigen zu müssen, liegt das mitunter an ihrer persönlichen Abhängigkeit bezüglich der Software. Unsere Generation ist die Versuchsratte der modernen Medien... Wir müssen lernen mit diesen Phänomenen vernünftig leben zu können! Jan
GreatNorthern 03.02.2008
4. Exmatrikulation
I did the same a few days ago. Reaktionen haben nicht lange auf sich warten lassen. "Find ich blöd" "Wird richtig langweilig, wenn sich hier alle abmelden"... Aber ich fühle mich frei. Noch. Man findet immer schnell etwas anderes, mit dem man sich die Zeit vertreibt.
derien, 03.02.2008
5. ts
Frau Autorin, haben Sie denn nichts gelernt in ihrer Schule? Das weiß doch jeder Hauptschüler, dass diese Internetanbieter nur dazu existieren, Geld zu machen: Profile von ihrer klientel für zahlkräftige Kapitalfirmen zu sammeln oder warum sollte man für ein bisschen Informatik, Millionbeträge hinblättern. weshalb gibt es diese PaybackpunktKArten in den Discountmärkten, wieso wird der eikaufszettel statistisch verwertet. nene, da hat einer in BWL,Mahtematik oder Deutsch wohl geschlafen. paradoxerweise bekommt man für so etwas noch abitur.
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