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04. Oktober 2002, 09:55 Uhr

Akademiker-Bespaßung

Rutschpartie zum Café Latte

Von Sabine Hoffmann

Durch die Uni rutschen, das ist ab sofort auf dem Garchinger Campus der TU München möglich. Künstler entwarfen eine Riesen-Rutsche in Parabelform - gut 40 Meter lang und mehrere Tonnen schwer. Die vergnügungssüchtigen Studenten und Wissenschaftler sind schwer begeistert.

Neuester Gag: Rutsch-Partie aus 13 Metern Höhe
AP

Neuester Gag: Rutsch-Partie aus 13 Metern Höhe

Schuld war die Hose. Und das kurze Hemd. Christian Kredler hatte beides am Morgen übergestreift - ohne an die neue Rutsche zu denken. Darin steckte der Direktor des Studiensekretariats Mathematik der TU München fest. Nur einen Meter vor dem Ende der dunklen Röhre. Verdammt. Jetzt musste er auf allen Vieren zum Ausgang kriechen.

Wolfgang Hermann, Präsident der TU München, war da schon geschickter: Er hatte sich in einen extra angefertigten Wollsack gepackt, um den neuesten Gag auf dem Campus in Garching einzuweihen - zwei Rutschen, die sich nun aus dem dritten Stock in Parabelform gen Erdgeschoss schwingen.

Die Treppe ist tot, es lebe die Rutsche

Die Idee, aus der mathematischen Formel Y=X² eine tonnenschwere Stahlkonstruktion zu entwickeln, hatten die beiden Künstler Johannes Brunner und Raimund Ritz. Um den Neubau der Fakultät Mathematik und Informatik der TU München aufzupeppen, sollten junge Künstler ihre Vorschläge einreichen. Brunner und Ritz entwarfen die Riesen-Rutsche in Parabelform - und gewannen prompt.

Rutschen in Parabelform: Gut 40 Meter lang, mehrere Tonnen schwer
AP

Rutschen in Parabelform: Gut 40 Meter lang, mehrere Tonnen schwer

Aus 13 Metern Höhe können die Studenten nun ab kommender Woche in die Tiefe rutschen - und anschließend bei einer Tasse Kaffee gucken, ob ihre Kommilitonen es bis ans Ende der fünf Meter langen Auslaufbahn schaffen. Denn der Ausgang der beiden gut 40 Meter langen Röhren liegt direkt neben der Cafeteria. Doch es sei gar nicht so einfach, bis ans Ende der Rutsche zu kommen, sagt Kredler - ohne den Wollsack und die richtige Technik sei es nahezu unmöglich.

Momentan fehlen ihm noch eineinhalb Meter. Bis zum 23. November muss er die schaffen. Dann nämlich feiert die TU München den Tag der offenen Tür - und veranstaltet ein Riesen-Rutsch-Rennen: Wer am weitesten kommt, kassiert 50 Euro Siegerprämie.

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