Akademische Rituale Der Uni-Bluff blüht

Keinen Schimmer vom Seminarthema? Muss niemand merken. Ein paar Floskeln und Bluff-Techniken reichen. Vor 30 Jahren erschien das Buch "Uni-Angst und Uni-Bluff", ein echter Klassiker. Denn tricksen, tarnen, täuschen hilft auch heute durchs Studium.

Von Manfred Weise


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tgiov, 28.12.2006
1. Danach
Die Zeit liegt noch nicht soo lange zurück. Habe mich die Freiheit genommen, relativ lang, frei und quer durch den Garten zu studieren, wohlwissend, daß ich zur letzten Generation gehöre, die damit vielleicht noch halbwegs durchkommen könnte. Der schwierigste Teil begann dann, als ich danach für jede nichtarbeitsmarktorientierte Sekunde eine passende Rechtfertigung basteln mußte. Davor und danach wurde bisher niemals und nie wieder ein solches Maß an Kreativität verlangt...
Stahlengel77, 28.12.2006
2.
Gottseidank ist sowas bei den Natur- und Ingenieurswissenschaften nicht so ohne weiteres möglich. Studenten und Kommilitonen, die nicht viel draufhaben, kann man hier recht schnell erkennen. Mit der steigenden Erfahrung erkennt man auch als Student sehr schnell die "Blender" unter den Professoren und kann ihre Vorlesungen - wo möglich - auch vermeiden. Mit "bluffen" durchs Studium zu kommen halte ich generell nur bei geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern für möglich - hier besonders in Richtung Soziologie, Psychologie und Politologie - aber dort bekommt man die Phrasendrescherei, Selbstbeweihräucherung und Vermarktung von Halbwissen ja quasi auch von der Pike auf beigebracht. Genauso wimmelt es bei den Wirtschaftsfachbereichen durch die Bank weg von professionellen "Bluffern". Aber sobald es an die einzig wahren "Hard Sciences" wie Luft- und Raumfahrttechnik, Mathematik, Physik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Geodäsie, Bauingenieurwesen und Informatik geht, wird die Luft für diese Leute wirklich dünn. Naja, das heißt nicht, das es sie nicht gibt - mit einem gewissen Wohlwollen kann man aber dann doch feststellen, das genau diese für ihr Studium etwas länger brauchen...
hans hoch, 28.12.2006
3. why not
tarnen,trixen,täuschen.der grosse bluff gehört zum unvolkommenen leben,um sich mal unter erleichterten bedingungen etwas luft zu verschaffen. es kommtaber immer darauf an wen ich bluff,welchen schaden ich jemandem zufüge und wie häufig ich mir vorteile durch bluff verschaffen. das leben ist voller trixereien; siehe die ackermänner,siemens,die politiker vor und nach der wahl,die leute,die sich sozialhilfe erschleichen, heiratsschwindler. das muss jeder mit sich ausmachen. wenn denn ein student oder schüler mal zu solchen mitteln greift, sollte er sich dessen bewusst sein und anderen nicht schaden und sich selbst auch nicht. denn merke;ich kann viele bescheissen,nur mich selbst nicht-es sei denn, eine lebenslüge verbiegt mich lebenslang
brain_in_a_tank, 28.12.2006
4. Der Bluff geht weiter
Das Pokern und Vortaeuschen falscher Souveraenitaet geht doch gerade nach dem Studium weiter. Waehrend man im Studium versucht, selbstsicher und beherrscht zu erscheinen, muss man sich danach doch verkaufen und poliert dafuer alles ein wenig auf und laesst Flecken verschwinden. Ist es also so verkehrt, das Bluffen frueh zu ueben? Wichtig ist doch, dass man lernt, zu bluffen, ohne dabei selbst auf sich herein und auf die Schnauze zu fallen. Es sind doch die Regeln des gesellschaftlichen Spiels, dass man versucht, durch ein geschicktes Spiel die anderen zu uebertrumpfen, sie einzuschuechtern und schlechter dastehen zu lassen. Nur so kommt man voran.
MarxBievor, 28.12.2006
5. naja
Schummeln und bluffen gehört doch in den Schulalltag wie schlechte Noten und Schleimer.Ob an der Uni oder auf anderen Schulen: wer sich am teuersten Verkauft gewinnt meistens. , egal was er wirklich kann oder nicht..
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