Handel mit Uni-Abschlüssen Albanien macht zwei Dutzend Fakultäten dicht

Albanische Hochschulen verkauften Diplome - und akzeptierten Kühe, Schafe, Reis und Feuerholz als Bezahlung. Der Abschlusshandel macht Schlagzeilen auf dem Balkan, erste Fakultäten wurden geschlossen.
Albaniens Regierungschef Rama (links, 2013 mit Manuel Barroso): Hochschulen bieten Abschlüsse für Ausländer an

Albaniens Regierungschef Rama (links, 2013 mit Manuel Barroso): Hochschulen bieten Abschlüsse für Ausländer an

Foto: Yves Logghe/ AP

Albanien schließt mehr als zwei Dutzend Uni-Fakultäten und Hochschulen, weil sie gegen Gesetze verstoßen und Diplome verkauft haben. Von den knapp 60 Hochschuleinrichtungen, die nach 24 Jahren erstmals von den Behörden überprüft worden seien, arbeiteten mehr als 70 Prozent nicht gesetzeskonform, das berichtet unter anderem der österreichische "Standard"  und beruft sich auf den albanischen Sender Top Channel. "Wir können nicht so viele Institutionen mit Rechtsproblemen erlauben. Und das ist erst der Anfang", wurde Bildungsministerin Lindita Nikolla zitiert.

Albanien gilt wie viele andere Länder auf der Balkanhalbinsel als Paradies für gekaufte Abschlüsse. "Manche Studenten haben ihre Diplome mit Kühen, Schafen, Reis oder sogar mit Feuerholz gezahlt", beschrieb Regierungschef Edi Rama demnach die Lage. Viele Hochschulen böten Abschlüsse für Ausländer an, obwohl es keine Lehrgänge in fremden Sprachen gebe. Rama sprach laut "Standard" von einem "korrupten Bodensatz", der diese Hochschulen betrieben und den der Überprüfungsbericht an die Oberfläche gebracht habe.

Aber auch in Deutschland gibt es immer wieder Merkwürdigkeiten bei Abschlussarbeiten. So soll etwa ein Richter aus Niedersachsen mit Examenslösungen gehandelt haben, er sitzt in U-Haft. Sonderprüfer untersuchen deshalb die Examen von 2000 Juristen. Das Justizministerium kündigt nun Verfahren an, um Prüfungsleistungen abzuerkennen.

otr/dpa