Anti-planlos-Plan Das Lernen lernen

Deutschlands Unis können im internationalen Vergleich mithalten - bei der Abbrecherquote. Mit einer Kolleg-Stufe will die Hamburger Universität etwas gegen den Trend zum "Studium interruptum" unternehmen.


Studienanfänger: Schwierige Orientierung
DDP

Studienanfänger: Schwierige Orientierung

30 Prozent der Studenten verlassen ihre Alma Mater ohne Diplom- oder Magisterzeugnis; damit liegt die Bundesrepublik im OECD-Vergleich im Mittelfeld. Die Universität Hamburg will dem Hang zum "studium interruptum" nun Einhalt gebieten. Nach Schätzungen der Uni wissen etwa 30 bis 50 Prozent der Studienanfänger nicht genau, welches Fach ihnen am ehesten liegt. Mit Hilfe einer einjährigen Kollegstufe können Abiturienten ab dem Wintersemester 2005/06 herausfinden, für welche Disziplin sie sich entscheiden wollen.

Nach US-Vorbild sollen die "Undergraduates" von der Elbe im Kolleg lernen, Referate und Hausarbeiten zu schreiben sowie wissenschaftlich zu arbeiten. Eingeteilt in die drei Fächergruppen Naturwissenschaften, Geistes-, Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, vermitteln Dozenten und Tutoren den Frischlingen die grundlegenden Lern- und Arbeitstechniken.

In Hamburg hofft man, dass sich jedes Jahr 4000 bis 5000 Erstsemester für die Zwölf-Monats-Uni bewerben. Geld soll das freiwillige wissenschaftliche Jahr nicht kosten, sagt Peter Wiegand, Pressesprecher der Uni Hamburg. Dass ein paar zusätzliche Kurse oder Seminare gegen Bezahlung angeboten werden könnten, will er allerdings nicht ausschließen. Immerhin: Das ist im Ausland häufig ja auch nicht anders.



© UniSPIEGEL 3/2004
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