Arbeitgeber Hochschule Mehr Studenten, kaum neue Professoren

Nach allen Prognosen wird es zu einem Studentenansturm kommen. Für die Nachrücker dürfte sich die Betreuung verschlechtern, wenn die Länder weiter sparen wie bisher. Denn die Professorenzahl stagnierte seit 1995, wie eine neue Statistik belegt.


Die Gesamtzahl der Professorinnen und Professoren ist laut Statistischem Bundesamt seit Mitte der neunziger Jahre nahezu konstant. Am Ende des Jahres 2005 lehrten 37.800 Profs an deutschen Hochschulen, das sind 600 weniger als im Vorjahr und rund 150 mehr als im Jahr 1995.

Erstsemester (an der TU Berlin): Wachsende Enge im Hörsaal
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Erstsemester (an der TU Berlin): Wachsende Enge im Hörsaal

Gleichzeitig kletterte aber die Zahl der eingeschriebenen Studierenden in den letzten zehn Jahren deutlich, von rund 1.859.000 im Jahr 1995 auf rund 1.963.000 im Jahr 2004. Nach den Prognosen der Kultusministerkonferenz wird die Zahl der Studenten bis auf 2,7 Millionen im Jahr 2014 steigen. Absehbare Folge: Die Betreuungsrelation verschlechtert sich weiter, sofern die Bundesländer nicht massiv neue Professoren einstellen und die Kapazitäten mit Milliardenaufwand ausbauen.

Der Frauenanteil in der Professorenschaft ist seit 1995 kontinuierlich gestiegen, von rund acht Prozent vor zehn Jahren auf aktuell rund 14 Prozent. Besonders hoch ist der Frauenanteil unter Professoren in den Kunstwissenschaften (26 Prozent) sowie in den Sprach- und Kulturwissenschaften (24 Prozent).

Frauenarme Naturwissenschaften

In allen anderen Fächergruppen liegt die Frauenquote bei den Professuren noch unter 20 Prozent. Besonders exotisch sind Professorinnen immer noch in den Mathematik- und Naturwissenschaften mit neun und in den Ingenieurwissenschaften mit sogar nur sechs Prozent.

Rechnet man das gesamte Personal zusammen, sind die Hochschulen einer der Riesen unter den Arbeitgebern in Deutschland: Sie beschäftigten fast eine halbe Million Mitarbeiter, rund 498.000 Menschen. Mit 52 Prozent arbeitet die Mehrheit der Uni-Beschäftigten in nichtwissenschaftlichen Bereichen wie Verwaltung, Bibliotheken, technischen Diensten und Pflegediensten. Die übrigen 48 Prozent des Personals arbeiteten in Forschung und Lehre.

Der Frauenanteil bei allen Beschäftigten lag im vergangenen Jahr bei 51 Prozent, allerdings nur bei 31 Prozent im wissenschaftlichen und künstlerischen Bereich.

jaf/ddp



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