Auslandsstudium Ab in den Süden

Auslandssemester in Spanien sind bei deutschen Studenten enorm beliebt. Im Erasmus-Programm sind sie mobiler als die Kommilitonen aus allen anderen Ländern Europas.


Paella, Tapas, Strandgefühl: Kein anderes europäisches Land ist bei Austauschstudenten aus Deutschland so beliebt wie Spanien. Mehr als 21 Prozent der rund 24 000 Erasmus-Studenten hat es der EU-Kommission zufolge im akademischen Jahr 2006/2007 nach Barcelona, Madrid oder Bilbao gezogen.

"Spanien ist ein interessantes Land mit attraktiven Unis", sagt Harald Händel von der Berliner Vertretung der EU-Kommission. Er ist überzeugt, dass außerdem die Kultkomödie "L'auberge espagnole - Barcelona für ein Jahr" für Spanien begeistert hat.

An zweiter Stelle auf der Rangliste steht Frankreich, dorthin wollten 18 Prozent der deutschen Gaststudenten. Überhaupt sind die Deutschen Austausch-Meister: 15 Prozent aller Erasmus-Studenten kamen im selben Studienjahr aus Deutschland, so viele wie aus keinem anderen Land.

Noch immer allerdings sei es stark von der sozialen Herkunft abhängig, ob sich Studenten für ein Auslandssemester entscheiden würden, kritisiert der Freie Zusammenschluss der StudentInnenschaften (FZS). Häufig würden im Ausland erbrachte Studienleistungen nicht voll anerkannt; das heißt, die Ausbildungszeit verlängert sich - das muss man sich erst mal leisten können.

"Außerdem ist der Auslandsaufenthalt an sich noch immer sehr teuer", sagt Imke Buß, Vorstandsmitglied des FZS. Sie bemängelt besonders, dass Studenten nicht in allen Ländern, die am Erasmus-Programm teilnehmen, ihr gesamtes Studium durch Bafög finanzieren können. "Ein Erasmus-Stipendium allein reicht sicher nicht", sagt Buß.



© UniSPIEGEL 4/2008
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