Ansturm auf Hochschulen Ausländische Studenten lieben deutsche Unis

Gebührenfreie Universitäten, lebenswerte Städte: Deutschland wird bei ausländischen Studenten immer beliebter. Zugleich zieht es die Deutschen seltener in die Ferne.
Vorlesung an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg.

Vorlesung an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg.

Foto: Peter_Fˆrster/ picture-alliance / dpa/dpaweb

Noch wenige Tage, dann beginnen für Studenten in Deutschland die Semesterferien, offiziell vorlesungsfreie Zeit genannt. Denn eigentlich sind die Wochen für Selbststudium und Prüfungen vorgesehen: Hausarbeiten schreiben, Projekte planen, Leistungspunkte sammeln. Wer nicht gerade Prüfungstermine oder Abgaben anstehen hat, entscheidet sich allerdings oft auch für Badesee, Festival oder Rucksacktrip.

Aber man könnte auch Pläne für den weiteren Studienverlauf schmieden, vielleicht ein Auslandssemester in Frankreich, der Türkei oder den USA vorbereiten. Doch der Anteil der Studenten, die es in die Ferne zieht, stagniert, wie eine neue Studie zeigt. In absoluten Zahlen gehen zwar mehr Studenten ins Ausland als früher - das liegt vor allem daran, dass es insgesamt mehr Studenten gibt. Der Anteil der Weltenbummler, also die Quote, ist hingegen leicht gesunken. Dafür kommen immer mehr ausländische Studenten nach Deutschland, auch weil es hier keine Studiengebühren gibt.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat die Zahlen am Dienstag in Berlin vorgestellt, DER SPIEGEL hatte vorab über das Papier mit dem Titel "Wissenschaft weltoffen 2014" berichtet. Hier die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Studenten an Fachhochschulen gehen etwas seltener ins Ausland als früher. Die Mobilität der Uni-Studenten hat sich in den vergangenen 14 Jahren kaum verändert.
  • Wenn Studenten ins Ausland gehen, dann eher kürzer und später. Laut DAAD nutzen sie oft die Zeit zwischen Bachelor- und Masterstudium.
  • Lehramtsstudenten haben besonders wenig Lust darauf, für eine Weile ins Ausland zu gehen.
  • Deutsche Studenten zieht es seltener in die USA: Im Studienjahr 2001 strebten fast 10.000 einen US-Abschluss an, im Jahr 2013 nur noch knapp 6000. Viele entscheiden sich für das nahe Ausland, vor allem für Österreich - auch um die NC-Grenzen in Deutschland zu umgehen.

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  • Nie zuvor kamen mehr Studenten aus dem Ausland nach Deutschland, im vergangenen Jahr waren es rund 282.000 - und damit 16.000 mehr als im Jahr davor. In etwa jeder zehnte Student in Deutschland stammt aus dem Ausland.
  • Das wichtigste Herkunftsland ausländischer Studenten ist China: Mehr als 25.000 Studenten kommen von dort.
  • Der höchste Anteil ausländischer Studenten findet sich in den Sprach- und Kulturwissenschaften. Viele entscheiden sich aber auch für Jura, Wirtschaft oder Sozialwissenschaften.

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Deutsche Studenten im Ausland: Warum in die Ferne schweifen?

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