Australien Kriminologie-Student zu dämlich zum Stehlen

Viel kann George Sam Youssef in zwei Semestern Kriminologie an der Uni nicht gelernt haben. Als der 21-jährige Australier auf Raubzug ging, machte er alles falsch, was ein Dieb falsch machen kann. Selbst sein eigener Anwalt nennt ihn einen Versager.


Ein Jahr lang studierte George Sam Youssef Kriminologie im Hauptfach und absolvierte auch Prüfungen. Das nützte ihm wenig, als er Mitte Februar ein Auto stahl und einen Bankraub beging. Jetzt stand er in Brisbane vor Gericht und wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Der Mann aus Sydney hatte sich allzu amateurhaft angestellt: An einer Ampel in Brisbane sprang er in einen Allrad-BMW und bedrohte den Fahrer und einen 15-jährigen Jungen mit einer Pistolen-Nachbildung. Dann fuhr er mit dem rund 90.000 Euro teuren Luxusauto zu einem Einkaufszentrum und parkte vor einer Bankfiliale. Youssef hinterließ nicht nur überall seine Fingerabdrücke, sondern war auch dämlich genug, mit dem Navigationssystem des Wagens herumzuspielen und die Adresse seines Vaters einzuprogrammieren.

Als er eine Bankangestellte mit der falschen Pistole bedrohte, erbeutete er rund 5700 Euro. Danach fuhr er mit dem Bus in einen Vorort von Sydney zurück. Die Polizei suchte ihn schon - sie hatte ja die Adresse seines Vaters. Schließlich stellte Youssef sich selbst. Die Beute habe er bereits bei Wetten und in einem Kasino verspielt, gab er zu Protokoll.

Vor Gericht bekannte sich Youssef schuldig. Rabatt für seine Dummheit gab es keinen: Sechs Jahre muss er hinter Gitter und kann frühestens nach 18 Monaten auf Bewährung freikommen. Selbst sein Verteidiger nannte das Verbrechen den "Gipfel an Dummheit". Als Krimineller sei sein Klient ein Versager, sagte der Anwalt dem Richter: "Er gehört wohl zu den unfähigsten Räubern, die je vor Gericht gestanden haben." Nun ist der Knast Youssefs neue Adresse - hätte er sein Kriminologie-Studium beendet, hätte er zum Beispiel Gefängnisaufseher oder Polizist werden können.



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