Angstgegner Bachelorarbeit Sechs Phasen bis zur Abgabe

Viele Bachelorstudenten fürchten sich vor der Abschlussarbeit. Warum eigentlich? Mit diesem Aktionsplan kann nichts schiefgehen.
Sorgt für Kopfzerbrechen: Viele Studenten fürchten sich vor der Abschlussarbeit

Sorgt für Kopfzerbrechen: Viele Studenten fürchten sich vor der Abschlussarbeit

Foto: Corbis

Semester für Semester hat man darauf hingearbeitet, mit jeder bestandenen Klausur rückte der ersehnte Abschluss näher, und nun ist das Zeugnis zum Greifen nah. Es fehlt nur noch eine einzige Note, aber die sorgt bei vielen Studenten für mehr schlaflose Nächte als alle anderen Prüfungen zusammen: die Bachelorarbeit.

Doch keine Panik! Mit frühzeitiger Planung und realistischem Zeitmanagement lässt sich auch die finale Hürde zum Abschluss meistern:

1. Phase - Organisation

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Wann muss ich meine Arbeit anmelden, welche Prüfungen muss ich vorher bestanden haben, und wie viele Betreuer korrigieren meine Arbeit? Spätestens ein Semester vor der geplanten Arbeit sollte man diese Fragen beantworten können.

Hat man alle wichtigen Informationen zusammen, sollte man sich einen Zeitplan mit Meilensteinen erstellen, rät Ute-Regina Roeder, Psychologiedozentin der Universität Münster. Literaturrecherche, richtiges Zitieren und Schreibtechniken sollte man zu diesem Zeitpunkt schon beherrschen. Die meisten Hochschulen bieten dazu regelmäßig Seminare an.

2. Phase - Themensuche

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Steht die Organisation, muss ein Thema her. Und zwar spätestens Ende der Ferien, die vor dem Abschlusssemester liegen. "Man sollte sich kein Thema vom Professor aufschwatzen lassen", sagt Roeder. Nur wenn einen das Thema interessiert, kommt die Motivation.

Wenn man noch keine Idee hat, geht man bei der Suche am besten systematisch vor. Zu Anfang hilft die Frage: Welcher Themenbereich aus meinen Studium interessiert mich besonders? Danach schaut man, welche Professoren in diesem Bereich lehren und was sie dazu veröffentlicht haben. Oft kann eine Bachelorarbeit zum Forschungsschwerpunkt eines Professors beitragen.

Nachdem die ersten Themenvorschläge entwickelt wurden, kontaktieren Studenten den Betreuer. Aber Vorsicht: Der erste Eindruck zählt auch bei Professoren. Eine förmliche E-Mail mit Vorstellung der eigenen Person und der Themenideen kommt meistens gut an. Und bloß nicht ohne Themenvorschläge in der Sprechstunde auftauchen.

3. Phase - Recherche und Eingrenzung

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Nun beginnt die schwierigste Phase. Das Thema muss konkretisiert werden. Studienberaterin Cordula Meier von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf empfiehlt ihren Studenten, das Thema nach vier Fragen auszuwählen:

  • Was will ich in meiner Bachelorarbeit untersuchen?
  • Mit welcher theoretischen Grundlage oder mit welchen Modellen werde ich arbeiten?
  • Mit welchen Methoden untersuche ich meinen Untersuchungsgegenstand?
  • Welche Erkenntnis über mein Thema strebe ich an?

Nun ist es wichtig, sich einen Überblick über Literatur und Forschungsstand zu verschaffen. Um nicht zwischen den Büchern in der Bibliothek zu versinken, hilft es, den Betreuer nach seinen Empfehlungen zu fragen. Dieser nennt meistens die Grundwerke, die nicht fehlen dürfen.

Wichtig ist, sich nicht nur auf Bücher zu konzentrieren. In vielen Disziplinen lohnt sich ein Blick in einschlägige Fachzeitschriften.

4. Phase - Festlegung

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Steht die konkrete Fragestellung und die Vorrecherche, muss die Arbeit angemeldet werden. Das macht man gemeinsam mit dem Betreuer. "Es kommt immer gut an, wenn man dem Betreuer einen genauen Zeitplan vorlegt", rät Ute-Regina Roeder. Dieser sollte detailreicher sein als die Meilensteinplanung aus der ersten Phase. "Dazu zäumt man das Pferd am besten von hinten auf." Ausgehend vom Abgabezeitpunkt rechnet man die Phase der Korrektur und Fertigstellung ein, die Zeit zum Schreiben der einzelnen Kapitel und der intensiven Literaturrecherche oder Datenerhebung.

5. Phase - Schreiben

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Jetzt fängt die heiße Phase im Abschlusssemester an. "Die Vorarbeit ist das A und O", sagt Cordula Meier. Beim Schreiben beginnt man mit dem Hauptteil. Die Einleitung, in der man seine Methode und das Vorgehen vorstellt, wird erst zum Schluss geschrieben. Genauso wie das Fazit. Hier kommt es gut an, Ansätze für weitere wissenschaftliche Arbeit über seine eigene hinaus vorzustellen.

6. Phase - Fertigstellung

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Das meiste ist geschafft. Aber auch für diese Phase sollte man einen zeitlichen Puffer einplanen. Die Arbeit sollte von zwei Personen gegengelesen werden. Roeder empfiehlt eine externe Person, die nur Rechtschreibfehler korrigiert, und eine Person, die sich auch mit dem Inhalt auskennt. "Das kann beispielsweise ein Kommilitone sein, der nicht zu sehr im Thema drin ist, aber darüber Bescheid weiß."

Auch das Formatieren der Arbeit schluckt meistens mehr Zeit, als man denkt. Cordula Meier empfiehlt, erst jetzt Bilder, Grafiken und Tabellen einzufügen. "Während des Schreibens verrutscht dadurch nur immer wieder das Layout."

Also Durchatmen und viel Erfolg!

asc/dpa

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