Mehr Geld für Studierende Bundestag beschließt Bafög-Erhöhung

Ab Herbst gibt es mehr Geld für Bafög-Empfänger. Das hat am Donnerstagabend der Bundestag beschlossen. Doch die Erhöhung stößt auf Kritik.

"Der Bafög-Antrag sollte weniger bürokratisch werden"
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"Der Bafög-Antrag sollte weniger bürokratisch werden"


Studenten und Schüler werden künftig mehr Bafög bekommen. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundestag am Donnerstag beschlossen. Der Förderhöchstbetrag wird stufenweise von 735 auf 861 Euro erhöht; der darin enthaltene Wohnzuschlag steigt von 250 auf 325 Euro. Auch höhere Eltern- und Vermögensfreibeträge sind vorgesehen.

Kritiker hatten bis zuletzt eine wesentlich stärkere Erhöhung der Beträge gefordert. Ihr Argument: In den letzten Jahren war die Zahl der Geförderten deutlich gesunken und fiel 2017 erstmals seit 15 Jahren unter 800.000.

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) begrüßt die beschlossene Reform grundsätzlich. Damit noch mehr Studenten vom Bafög profitieren können, seien weitere Maßnahmen notwendig, sagt DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. So müsse etwa die Förderhöchstdauer um mindestens ein Semester verlängert werden, weil nur eine Minderheit der Studenten die Regelstudienzeit einhalten könne. Zudem sei eine regelmäßige Anpassung der Beträge an die Preisentwicklung wünschenswert, heißt es vom DSW.

Auch dem studentischen Dachverband fzs gehen die Änderungen nicht weit genug: "Langfristiges Ziel muss sein, das Bafög eltern-, alters- und herkunftsunabhängig zu ermöglichen und es wieder zu einem Vollzuschuss zu machen", sagt Vorstandsmitglied Kevin Kunze. Außerdem müsse der Bafög-Antrag weniger bürokratisch werden. So sollten Studenten die Förderung künftig digital beantragen können, fordert der fzs.

jkl/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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Stäffelesrutscher 16.05.2019
1.
Solange das BAföG niedriger ist als der Zahlbetrag an Studierende der Bundeswehr-Uni und der Verwaltungshochschulen sowie niedriger als Hartz IV, kann man nicht von »Ausbildungsförderung« sprechen. Ferner muss man immer wieder darauf hinweisen, dass die »Regelstudienzeit« nicht als gegen Studierende einzusetzende Knute erfunden wurde, sondern als Verpflichtung für die Hochschulen, ihre Studiengänge so zu organisieren und ihre materiellen Bedingungen (Anzahl Plätze, Öffnungszeiten der Bibliotheken usw.), dass Studierende das Studium in der »Regelstudienzeit« absolvieren können. Und nicht etwa zwei Semester länger brauchen, weil keine Plätze im Seminar mehr frei sind, ohne diesen Schein aber drei andere Veranstaltungen nicht belegt werden können usw.
isi-dor 17.05.2019
2.
Ich kenne Leute, die haben 20 Jahre an ihrem Studium abbezahlt. Eine BaföG-Erhöhung bringt außerdem Studierenden nur wenig, wenn gleichzeitig - wie ja wohl geschehen - am Qualitätspakt Lehre massiv gekürzt und gestrichen wird. Damit bezahlen alle Studierenden das BaföG für wenige durch erheblich schlechtere Studienbedinungen und Lehrqualität. Das ist absurd.
isi-dor 17.05.2019
3.
Ich kenne Leute, die haben 20 Jahre an ihrem Studium abbezahlt. Eine BaföG-Erhöhung bringt außerdem Studierenden nur wenig, wenn gleichzeitig - wie ja wohl geschehen - am Qualitätspakt Lehre massiv gekürzt und gestrichen wird. Damit bezahlen alle Studierenden das BaföG für wenige durch erheblich schlechtere Studienbedinungen und Lehrqualität. Das ist absurd.
nrw.progger 17.05.2019
4. Es ist ein erster Schritt, in die Richtige Richtung
Eine BAföG erhöhung ist ein Anfang, jedoch sollte sich das System begutachtet werden. Denke ich an das BAföG, dass ich bekam und was ich arbeiten musste, war ein Studium in Regelzeit nicht möglich. Ich hatte das Glück fachtreu Arbeiten zu könenn und habe für meine jetzige Stelle viele Erfahrungen sammeln können. Jedoch muss man sich überlegen, möchte ich, dass der Studi Vollzeit studiert und nichts anderes machen muss, außer zu lernen oder möchte ich nur eine gewisse Unterstützung geben. Sollte sich für ersteres entscheiden werden, dann muss mind. auf Hartz-IV Regelsatz erhöht werden, incl. allen Leistungen wie Miete, Krankenkasse und Co.. Denn mir 735€ oder 861€ kann man nur schwer leben, vorallem wenn man immer wieder Materialien kaufen muss. Sollte die Zielsetzung seun nur zu unterstützen, kann der Studi nicht Vollzeit studieren und noch nebenher arbeiten. Dann müsste die Regelstudienzeit angepasst werden. In den MINT-Fächern weiß ich aus eigener Erfahrung das diese mehr als nur eng bemessen ist...
mhwse 17.05.2019
5. die SGB-II Leistung
Zitat von nrw.proggerEine BAföG erhöhung ist ein Anfang, jedoch sollte sich das System begutachtet werden. Denke ich an das BAföG, dass ich bekam und was ich arbeiten musste, war ein Studium in Regelzeit nicht möglich. Ich hatte das Glück fachtreu Arbeiten zu könenn und habe für meine jetzige Stelle viele Erfahrungen sammeln können. Jedoch muss man sich überlegen, möchte ich, dass der Studi Vollzeit studiert und nichts anderes machen muss, außer zu lernen oder möchte ich nur eine gewisse Unterstützung geben. Sollte sich für ersteres entscheiden werden, dann muss mind. auf Hartz-IV Regelsatz erhöht werden, incl. allen Leistungen wie Miete, Krankenkasse und Co.. Denn mir 735€ oder 861€ kann man nur schwer leben, vorallem wenn man immer wieder Materialien kaufen muss. Sollte die Zielsetzung seun nur zu unterstützen, kann der Studi nicht Vollzeit studieren und noch nebenher arbeiten. Dann müsste die Regelstudienzeit angepasst werden. In den MINT-Fächern weiß ich aus eigener Erfahrung das diese mehr als nur eng bemessen ist...
liegt bei irgendwo bei 360 EUR pro Person - das Kindergeld wird "angerechnet". Eher wäre es besser die SGB-II Leistung dem BAFÖG anzupassen. Offensichtlich brauchen arbeitende sich nebenberuflich weiterbildende Eltern (man kann an der Fernuni studieren und zugleich arbeiten ..) weniger Geld als Vollzeit-Studenten .. Zumal der Student noch ca. 350 EUR dazuverdienen darf - Eltern wird das Geld aus der Arbeit nahezu voll "angerechnet" - also sofort in Abzug gebracht .. Das Kindergeld bekommt der "richtige" Student auch noch. Kinder in der Schule z.B. am Gymnasium, müssen davon ihren Lebensunterhalt, also Schulmaterial Fahrkarten und Kleidung kaufen. (Ja ist leider so - man will de Fakto verhindern,das Kinder aus sozial schwachen Familien überhaupt erst an die Uni kommen ..) Ein Student hat also ca. 1000/1300 EUR im Monat (wenn er noch einen kleinen Job hat) - Ein Schüler so um die 150-200.(davon muss aber Essen + Kleidung gekauft werden ..) (die Eltern haben dann entsprechend 300). Klingt viele ist es aber nicht, da ja Strom, Warmwasser, Telefon Versicherungen, Zahnreinigung - etc. Anschaffungen Kleidung (s.o.) + Nahrung (soll ja Bio und gesund sein .. gerade sich weiter bildende Menschen wissen das - uns müssen dann staatlich verordnet minderwertige Nahrung essen ..) davon beglichen werden müssen. Dagegen lebt der Student schon fast im Luxus - ist auch nicht richtig, wenn man die Mieten in den Städten mit Universitäten anguckt .. So sozial ist Deutschland eben gar nicht - man muss nicht verhungern - die gestohlene Lebenszeit (in der ja kontinuierlich Steuer bezahlt wird - auf konsumierte Güter - z.B.) - wir nicht rückwirkend vergütet .. denn wer Sozialleistungen bezieht - steht hierzulande unter Hausarrest. (wissen nur Wenige - ist aber so.) Dagegen ist nun BAFöG fast schon Freiheit.
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