Bilanz für 2018 Deutlich weniger Schüler und Studierende bekamen Bafög

Weniger Geld für junge Menschen in der Ausbildung: 2018 erhielten 55.000 weniger Schüler und Studierende Bafög - weil die Anträge so kompliziert sind oder die Eltern zu viel verdienen. Das soll sich nun ändern.

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Die Zahl der Bafög-Empfänger ist weiter gesunken: Im vergangenen Jahr haben 727.000 Schüler und Studierende Bafög erhalten, 55.000 Empfänger weniger als im Vorjahr. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Ungefähr 518.000 Studenten und 209.000 Schüler erhielten 2018 die finanziellen Hilfen.

Im Durchschnitt bezogen Studenten 493 Euro im Monat und damit sechs Euro weniger als im Jahr davor. Schüler bekamen 454 Euro und damit zwei Euro weniger. Als Konsequenz sanken auch die Ausgaben des Bundes um 233 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro.

Es ist ein Trend, der sich fortsetzt: In den vergangenen Jahren war die Zahl der Geförderten deutlich gesunken und fiel 2017 erstmals seit 15 Jahren unter 800.000. Das liegt unter anderem daran, dass die Anträge kompliziert sind und viele Studierende das Geld nicht beantragen, weil sie glauben, keinen Anspruch darauf zu haben, die Eltern zu viel verdienen oder sie befürchten, sich zu verschulden.

Zum 1. August 2019 ist nun eine Reform in Kraft getreten, damit künftig mehr Schüler und Studierende Bafög erhalten. Die Freibeträge der Eltern wurden angehoben, außerdem erhalten Schüler und Studierende mehr finanzielle Unterstützung. Der Höchstbetrag steigt in zwei Stufen von 735 auf 861 Euro im Monat.

Bafög kann unter anderem beantragen, wer studiert oder als Schüler nicht mehr bei den Eltern wohnt. Die Höhe der Förderung ist zum Beispiel davon abhängig, welche Schule man besucht oder ob man noch zu Hause wohnt.

2018 erhielt die Hälfte der Bafög-Empfänger den maximalen Förderbetrag, die übrigen bekamen eine Teilförderung. Die wird immer dann geleistet, wenn das Einkommen der Geförderten oder der Eltern bestimmte Grenzen übersteigt.

faq/dpa/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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Newspeak 02.08.2019
1. ...
Ach Mensch, SPON, lernt man eigentlich nicht mehr, sich KLAR auszudruecken. Gestern konnte man noch lesen, dass die Bafoeg Saetze steigen, heute heisst es "Weniger Geld für junge Menschen in der Ausbildung" wo es besser heissen muesste "Mehr Geld für weniger junge Menschen in der Ausbildung". Insgesamt mag dann immer noch ein Weniger dabei herauskommen. Ich weiss ehrlich gesagt nicht, wie ich mich fuehlen soll. Ich bin wuetend, weil ich als Leser mir die exakte Bedeutung von Saetzen aus dem Kontext erschliessen darf, obwohl es EURE Aufgabe waere, eindeutig zu formulieren, und verzweifelt, weil ich glaube, dass es eh niemanden interessiert, und ihr weiter macht, wie bisher. Warum? Wo ist die vielbeschworene Qualitaet, die euer Produkt bieten soll? Das mag kleinkariert klingen, aber diese Art von sprachlicher Ungenauigkeit ist extrem verbreitet in Euren Beitraegen.
casbavaria 02.08.2019
2. Anträge zu kompliziert??
Also wer einen Bafög-Antrag schon als zu kompliziert empfindet, sollte ernsthaft prüfen, ob er über die Eignung, ein Studium durchzuziehen und dieses abzuschliessen, verfügt. So was als Begründung finde ich schon peinlich - für die angehenden Studenten!
remedias.cortes 02.08.2019
3. Die Anträge sind nicht kompliziert.....
es gibt allerdings viele Fallen, warum Bafög gestrichen wird, beispielswise Studentenjobs. Also Obacht!
deufin 02.08.2019
4. Rückzahlung nicht vergessen!
Was viele beim Bafög vergessen ist, daß man das auch irgendwann wieder zurückzahlen muß, da es lediglich ein zinsfreies Darlehen ist. Was wir brauchen ist eine grundsätzliche finanzielle Versorgung für Studenten, so wie sie jeder andere in Form von ALG/ALG2/Sozialhilfe auch bekommt.
shardan 03.08.2019
5. Politische Mathematik
Und nach der Reform bekommen dann 5000 weitere BaFöG und das wird nach einem Minus von 55.000 dann als großer Erfolg gefeiert. Das eingesparte Geld schickt Frau Karliceck dann in die Batterieentwicklung..... Es ist schon fraglich, ob diese Förderung - in Wahrheit ein zinsloser Kredit - den Abwärtstrend der Ausbildungsförderung stoppen kann.
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