Uni-Betrug in Bangladesch Eine Abgeordnete, acht Doppelgängerinnen

Eine Politikerin in Bangladesch wurde der Universität verwiesen, weil sie Doubles zu ihren Klausuren schickte. Ihre Kommilitonen wussten angeblich Bescheid.

Studierende in Bangladesch (Archiv)
MUNIR UZ ZAMAN/ AFP

Studierende in Bangladesch (Archiv)


Eine Abgeordnete aus Bangladesch ist von der Universität geflogen, weil sie Doppelgängerinnen zu Prüfungen geschickt haben soll. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP. Tamanna Nusrat, die für die regierende Partei Awami League im Parlament sitzt und an der Bangladesh Open University studiert hat, wird vorgeworfen, acht Doppelgängerinnen zu mindestens 13 Tests geschickt zu haben, wie die Universität am Montag mitteilte. Sie soll die Frauen dafür bezahlt haben.

Das Täuschungsmanöver war aufgeflogen, weil der Fernsehsender Nagorik TV in einem Prüfungsraum eine der Frauen angesprochen hatte. Das Video verbreitete sich massenhaft im Internet.

Nusrat, die im vergangenen Jahr ins Parlament gewählt wurde, muss die Hochschule nun ohne Abschluss verlassen. "Wir haben sie ausgeschlossen, weil sie eine Straftat begangen hat", sagte Mohammad A. Mannan aus der Hochschulleitung. Nusrats Immatrikulation sei widerrufen worden. Sie könne sich nie wieder an der Universität einschreiben.

Ein Mitarbeiter der Universität sagte, Nusrats Doppelgängerinnen seien bei den Prüfungen immer von "Muskelmännern" der Abgeordneten bewacht worden. "Jeder wusste es, aber niemand hat ein Wort gesagt, weil sie aus einer sehr einflussreichen Familie kommt." Die Abgeordnete war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

faq/afp



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