"Barcelona für ein Jahr" Die Reise zum Ich

"Barcelona für ein Jahr" ist eine Komödie über die erträgliche Leichtigkeit des Studentenlebens. In Frankreich wurde der Film über eine mutikulturelle Sechser-WG zum Überraschungserfolg - jetzt läuft er in den deutschen Kinos an.


Szene aus "Barcelona für ein Jahr" mit Student Xavier (l.), WG-Bewohnern

Szene aus "Barcelona für ein Jahr" mit Student Xavier (l.), WG-Bewohnern

Es ist einer von diesen Plänen, bei denen klar ist, dass sie nicht funktionieren werden: Der 25-jährige Wirtschaftsstudent Xavier möchte Paris verlassen, um für ein Jahr an der Universität Barcelona zu studieren und sein Spanisch zu verbessern. Danach ist ihm ein grauer Sachbearbeiterjob im Ministerium sicher.

Doch in der multikulturellen Sechser-WG mit Tobias aus Deutschland, Lars aus Dänemark, dem Italiener Alessandro, der Spanierin Soledad, Isabelle aus Belgien und Wendy aus England wird ihm nach und nach klar, dass er seinen eigenen Weg gehen muss - und an dessen Anfang steht ausgerechnet eine attraktive, verheiratete Frau, die aus ihrer langweiligen Ehe ausbrechen möchte. Vor dem ersten Mal lässt sich Xavier Verführungstricks von seiner lesbischen Mitbewohnerin Isabelle beibringen.

Wie dem Studenten schließlich die Liebe zu seiner Freundin in Paris entgleitet und welche Entscheidung er trifft, als er heimkehrt, erzählt Regisseur Cédric Klapisch in kurzen, liebevollen Episoden. Die digitale Kamera nutzt er, um Szenen wie in einem Trickfilm zu manipulieren und schnell gegeneinander zu schneiden - und die oft grobkörnigen Bilder lassen auch sentimentale und melancholische Szenen glaubwürdig aussehen. Dazu gibt es ein Wiedersehen mit Audrey Tautou, der "Amelie", die die Freundin von Xavier spielt.

"Barcelona für ein Jahr" wirbelt das Leben von Xavier durcheinander und bringt es dadurch erst in geordnete Bahnen. Weil das fast jeder einmal erlebt hat, wurde die überraschende Komödie über die erträgliche Leichtigkeit des Studentenlebens in Frankreich über Nacht zum Erfolg: Manchmal muss man weit wegfliegen, um sich selbst näher zu kommen.


Barcelona für ein Jahr, mit Romain Duris, Judith Godrèche, Frankreich 2002, ab 13. November im Kino.



© UniSPIEGEL 5/2003
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