Betreuung 16 zu 1 an Schulen, 17 zu 1 an Unis

Wie viele Schüler kommen auf einen Lehrer, wie viele Studenten auf einen Hochschullehrer? Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft erhoben. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind groß - was allerdings noch nichts über die Qualität von Unterricht und Lehre aussagt.


Grafik: Schüler je Lehrer
Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Grafik: Schüler je Lehrer

Glückliches Sachsen, armes Schleswig-Holstein: Während im Freistaat im Durchschnitt 13 Schüler einem Lehrer gegenüber sitzen, sind es im nördlichsten Bundesland über 17. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 16 Schülern pro Lehrer.

Weil viele Lehrer teilzeitbeschäftigt sind, sagt die reine Zahlrelation noch nichts über die realen Klassengrößen aus - und auch wenig über die Leistungsfähigkeit der Schulen, wie das Institut betont. Dafür spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle Ginge es nach dem Schüler-Lehrer-Verhältnis, würden beispielsweise Baden-Württemberg und Bremen mit jeweils 16 gleichauf liegen. Beim Pisa-Test klafften die Leistungen aber weit auseinander. Das Ländle belegte Rang zwei, der kleine Stadtstaat den letzten Platz.

Das Betreuungsverhältnis hat sich im Bundesdurchschnitt seit den neunziger Jahren nicht geändert, konstatiert das Institut. Über mangelnde Lehrkräfte könnten sich die Schüler nicht beklagen, es seien genügend Lehrer vorhanden.

Grafik: Studenten pro Hochschullehrkraft
Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Grafik: Studenten pro Hochschullehrkraft

Ähnlich wie in den Schulen fällt das Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden auch an den Hochschulen aus: Für rund zwei Millionen Studenten stehen 38.000 Professoren zur Verfügung. Zusätzlich kümmern sich zu den Professoren 73.000 Lehrbeauftragte, Dozenten und Assistenten um die Hochschüler. Daraus resultiert ein Zahlenverhältnis von einer Lehrkraft - Assistenten und Lehrbeauftrage mit eingerechnet - auf 17,7 Studenten. Doch lässt sich diese Zahl schwerlich mit der Klassengröße an Schulen vergleichen. Mit Seminaren, Vorlesungen und Übungen sind die Unterrichtsformen vielfältiger als an der Schule. Mit einer Betreuungsrelation von 10 zu 1 sind die Verhältnisse im Saarland am besten. Von solchen Quoten können die Kommilitonen im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen nur träumen. Dort drängen sich, statistisch gesehen, zur Sprechstunden-Zeit 30 Studenten vor dem Zimmer des Professors oder seines Assistenten.

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