Brauwettbewerb Studentenbier aus Ostseewasser gewinnt

Bier aus Meerwasser? Was geschmacklos klingt, war für die Fachhochschule Flensburg das Erfolgsrezept bei einem Brauwettstreit. Sie schöpften ihr Brauwasser aus der Ostsee vor der Haustür - mit chemischen Verfahrenstricks wurde daraus die "Zickfelder Meeresbrise".

Flenst das, Prof. Zickfeld? Wenn es ums Brauen geht, werden Studenten erfinderisch
FH Flensburg

Flenst das, Prof. Zickfeld? Wenn es ums Brauen geht, werden Studenten erfinderisch


Hopfen, Malz, Hefe, Wasser - was mehr enthält als diese Zutaten, ist laut Reinheitsgebot kein Bier. Woher aber die vier Ingredienzien genau kommen sollen, das ist nicht festgelegt. Und für den Brauwettbewerb, den ein Chemiker-Verband am Dienstag in Berlin abhielt, war das Reinheitsgebot sowieso egal.

Vermutlich angespornt durch die freie Aufgabenstellung, brauten Studenten der Fachhochschule Flensburg ein Bier, das Bierfreunden einen Schauer über den Rücken jagt: Die "Zickfelder Meeresbrise", benannt nach Hochschulpräsident Herbert Zickfeld, besteht passend zum Hochschulstandort aus Ostseewasser.

Gegen das Gebräu aus Flensburg hatten die anderen 17 Getränke im Wettbewerb keine Chance. Für ihr Meeresbier bauten die Flensburger Studenten eigens eine Anlage, mit der sie das Meerwasser über zwölf Filterstufen reinigten und entsalzten - und anschließend daraus ein Weizenbier herstellten.

Damit gewannen die Studenten der Fachrichtung Biotechnologie und Verfahrenstechnik am Dienstag den "2. International Brewing Contest" auf einem Kongress der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (Dechema). Die studentische Braugemeinschaft "Campusperle" der Technischen Universität Hamburg-Harburg organisierte den Wettbewerb.

Deutsche und internationale Teams, etwa von der Technischen Universität Prag, der TU Berlin, der Fachhochschule Wien und der Universität Erlangen-Nürnberg, waren gekommen, um ihre Biere einer mehrköpfigen Experten-Jury einzuschenken. Deren Kriterien: der Geschmack des Produkts und die Präsentation der Teams.

Mit "Riesenjubel" hätten die Gewinner im Internationalen Kongresszentrum den Sieg gefeiert, sagte FH-Pressesprecher Torsten Haase. 30 Liter "Zickfelder Meeresbrise" hatten die Flensburger nach Berlin gebracht. "Die waren ruckzuck weg, und es hat allen gut geschmeckt", beteuert Haase. Das Urteil der Jury: "Ein professionell gebrautes und wohlschmeckendes Bier." Die Hochschule nimmt das Lob als Ansporn: Man werde testen, ob sich das Bier auch in größeren Mengen produzieren lasse.

son/dpa



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