Jura-Studenten in Bremen Post verschlampt Examensklausuren

Einfach weg: Ein Paket mit 36 Examensklausuren aus Bremen ist auf dem Weg zum korrigierenden Professor verschwunden. Nun stehen die Studenten vor einer schwierigen Entscheidung.
Transporter der DHL

Transporter der DHL

Foto: Alexander Heinl/ picture alliance / Alexander Heinl/dpa

Das Staatsexamen bedeutet für Juristen vor allem eines: Monatelanges Büffeln und Bangen, dass man irgendwie durchkommt. Die Prüflinge müssen unter anderem innerhalb von zwei Wochen sechs Klausuren schreiben. 36 Jura-Studenten aus Bremen erleben nun ein Fiasko: Ihre Examensklausur im Zivilrecht ist verschwunden.

Nach der fünfstündigen Prüfung wurden die meisten Klausuren persönlich an die Richter und Professoren übergeben, die die Arbeit korrigieren sollten. Da jedoch gerade Semesterferien waren und ein Professor in Süddeutschland lebt, wurden 36 Klausuren per DHL verschickt.

Das Problem: Das Paket kam nie an. Die Post kann es trotz Sendungsnummer nicht wiederfinden. DHL bat beim zuständigen Oberlandesgericht Bremen um Entschuldigung, man bedauere den Vorfall sehr, hieß es.

Die betroffenen Studenten müssen sich nun zwischen zwei Optionen entscheiden: Entweder sie schreiben eine Ersatzklausur Anfang Mai oder sie akzeptieren die Durchschnittsnote ihrer anderen fünf Examensklausuren als Gesamtnote für das Staatsexamen. Da sie derzeit nicht wissen, wie gut sie in den anderen Prüfungen abgeschnitten haben, dürfte das keine leichte Entscheidung werden.

Selbst wenn das Paket wieder auftauchen sollte, werde sich an dem Verfahren nichts ändern, sagte Peter Lüttringhaus, Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Bremen zum SPIEGEL. "Für die Studenten ist das natürlich eine schwierige Entscheidung. Sie sollten am ehesten auf ihr Bauchgefühl hören, wie die anderen Prüfungen gelaufen sind", so Lüttringhaus. Generell würden Examensklausuren nur in Ausnahmefällen per Post verschickt.

koe
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