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Großbritannien

Politiker fordert die Namen von Dozenten, die sich mit Brexit beschäftigen

Der konservative Abgeordnete Heaton-Harris will von britischen Unis wissen, wer zum Thema Brexit forscht und welche Lehrmaterialien eingesetzt werden. Akademiker reagieren empört und warnen vor Zensur.

Barcroft Media via Getty Images

Dienstag, 24.10.2017   21:44 Uhr

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"Ich habe mich gefragt, ob Sie mir freundlicherweise die Namen der Professoren an Ihrem Institut mitteilen könnten, die sich mit europäischen Beziehungen beschäftigen, insbesondere in Bezug auf den Brexit", so lautet die Einleitung eines Briefes, den Politiker Chris Heaton-Harris Anfang Oktober an britische Universitäten verschickt hat und der nun veröffentlicht wurde. Akademiker reagierten empört, wie der "Guardian" berichtet.

Heaton-Harris verlangte zudem Auskunft über die Brexit-Lehrpläne und das verfügbare Online-Lehrmaterial. Der Konservative sitzt im britischen Parlament und ist entschiedener Brexit-Befürworter. Seine Anfrage ist ungewöhnlich. Universitäten genießen normalerweise akademische Freiheit.

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Professor David Green von der University of Worcester kritisierte: "Dieser Brief gibt vor, harmlos zu sein, aber in Wirklichkeit ist er so gefährlich." Green warnte vor Zensur und einer Gedankenpolizei. Er kündigte an, auf den Brief zu antworten. Die verlangten Informationen will er allerdings nicht preisgeben.

Auch von Brexit-Befürwortern kommt Kritik

Lee Jones von der Queen Mary University hatte sich vor dem Referendum klar für einen Brexit ausgesprochen, dennoch findet er die Forderung des Politikers problematisch. "Es ist wirklich beunruhigend, wenn ein Mitglied des Parlaments glaubt, es sei sein Auftrag, seine Nase in die Lehre an Universitäten zu stecken", so Jones. "Universitäten sind autonom und Politiker haben kein Recht, Akademiker einzuschüchtern, indem sie ihre Kurse unter die Lupe nehmen." Er habe zwar viele Kollegen, die sich gegen einen Brexit ausgesprochen haben. "Aber ich bin überzeugt, was sie lehren, ist keine Propaganda", so der Wissenschaftler.

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Heaton-Harris wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Auf Twitter schrieb er jedoch: "Um eines ganz deutlich zu machen, ich glaube an die Redefreiheit an unseren Universitäten und daran, eine offene und lebhafte Debatte über den Brexit zu führen." Warum der Politiker die Informationen verlangte, ist unklar.

koe

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