Buchauszug Durcheinandertrinken

Was auf was denn nun, heißt die Frage, die angeblich darüber entscheidet, wie wir uns nach kräftigem Alkoholzuspruch fühlen. Doch Mischung und Reihenfolge entscheiden nicht über das Ausmaß der Kopfschmerzen am nächsten Tag.

"Ein weiteres Ammenmärchen ist nun endgültig reif für die Gruft: Durcheinandertrinken macht natürlich nicht betrunkener und auch nicht verkaterter.

Entscheidend für die Intensität eines Rausches ist die aufgenommene Menge reinen Alkohols. Und dabei ist es nur untergeordnet wichtig, in welcher Form man es tut. Nehmen wir einmal ein Beispiel zur Hand: Wer kennt sie nicht, die goldene, aber völlig unsinnige Regel: Bier auf Wein, das lass sein; Wein auf Bier, das rat ich dir!

Mal ein Beispiel: Sie trinken erst Bier und gewöhnen sich dabei an einen bestimmten Trinkrhythmus. Dann wechseln Sie zu Wein, weil kein Bier mehr da ist. Und wenn Sie dann ihren gewohnten Trinkrhythmus beibehalten, dann gute Nacht. Das gilt aber nicht, weil zwei unterschiedliche Substanzen Gott weiß welche Reaktionen in ihren Körper vollziehen. Vielmehr werden Sie viel schneller betrunken, weil Sie einfach viel mehr reinen Alkohol aufnehmen. Denn Sie wissen: Bier hat so um die fünf Prozent, Wein in der Regel deutlich mehr als zehn. Und deswegen, und nur deswegen, müsste die Regel eigentlich heißen: Wein auf Bier, das lass sein, Bier auf Wein, das rat ich dir. Aber das reimt sich nicht.


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Und natürlich kriegt man am kommenden Tag schlimmere Kopfschmerzen, wenn man neben dem Bier noch ein paar Schnäpschen oder Likörchen der unterschiedlichsten Couleur verkonsumiert. Denn die haben meistens noch ein paar geschmacksverstärkende Verunreinigungen in sich, und die machen dann ganz böse Kopfschmerzen.

Also: das Durcheinandertrinken an sich ist es nicht, sondern a) die Gefahr, zu schnell zu viel Alkohol aufzunehmen, wenn man die Darreichungsformen durcheinander haut, und b) steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein den Kopfschmerz förderndes Getränk dabei ist."

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