"Bücherfuchs" Neuer Scanner wandelt Text in Blindenschrift um

Wuppertaler Wissenschaftler haben einen vollautomatischen Scanner entwickelt, der Bücher elektronisch aufbereitet. Damit können Blinde auch lange Texte in Punktschrift lesen oder über die Sprachausgabe hören.


Wuppertal - Der "Bücherfuchs" ermöglicht eine schnelle elektronische Umwandlung in Blindenschrift oder in eine gesprochene Version - eine Arbeitshilfe für blinde oder stark sehbehinderte Menschen. Nach Angaben der Bergischen Universität Wuppertal eignet sich das Gerät auch für körperbehinderte Menschen, die Bücher nicht selbst halten oder die Seiten nicht umblättern können.

Prototyp des "Bücherfuchses": Partner aus der Industrie gesucht
Uni Wuppertal

Prototyp des "Bücherfuchses": Partner aus der Industrie gesucht

Der "Bücherfuchs" ist einfach zu handhaben: Das Buch wird aufgeklappt mit den Seiten nach oben in eine Schublade eingelegt. Die Textseiten werden mithilfe eines Dreh-Saug-Mechanismus automatisch umgeblättert. So kann das Buch Seite für Seite von einem handelsüblichen Flachbettscanner erfasst werden. Die Daten werden auf einem Computer abgespeichert. Eine entsprechende Software wandelt sie dann in Blindenschrift um oder macht sie in einer Sprachausgabe akustisch zugänglich. Auch eine Umwandlung in Großschrift ist möglich.

Für das Gerät erhielt die Wuppertaler Uni einen Preis der Europäischen Kommission für herausragende Leistungen in den Bereichen Assistive Technologie und Universelles Design. Entwickelt wurde der Prototyp im Rahmen einer Diplomarbeit von Ingenieur Jörg Beyer unter wissenschaftlicher Leitung des Professors Jürgen Schlingensiepen am Fachbereich Produktionstechnik. Die Idee für den "Bücherfuchs" hatte der blinde Wuppertaler Student Matthias Fuchs, nach dem das Gerät benannt wurde.

Wegen der einfachen Bauweise könnte der Bücherfuchs zu einem Preis schon ab 1500 Euro auf den Markt kommen. "Wir sind zurzeit auf der Suche nach einem Kooperationspartner aus der Industrie, der die serienreife Weiterentwicklung finanziert, die Funktionen gemeinsam mit der Universität Wuppertal optimiert und den 'Bücherfuchs' auf den Markt bringt", sagt Ingenieur Jörg Beyer.



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