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12. Mai 2017, 14:26 Uhr

Wegen Wehrmachtsuniform

Bundeswehr-Uni hängt Bild von Helmut Schmidt ab

Nach der Affäre um den rechtsextremen Soldaten Franco A. soll die Bundeswehr ihre Einrichtungen kritisch durchforsten und Wehrmachtsandenken entfernen. In Hamburg hängte man nun ein Bild von Altkanzler Helmut Schmidt ab.

In der nach Helmut Schmidt benannten Bundeswehr-Universität Hamburg ist ein Bild des früheren Bundeskanzlers entfernt worden, teilte ein Sprecher der Hochschule am Freitag mit. Die Vorgesetzten hätten die Studenten angewiesen, das Bild von der Wand zu nehmen. Der Grund: Das Bild zeigte Schmidt in Wehrmachtsuniform. Er war von 1939 bis 1945 Soldat.

Das Bild des Altkanzlers hatte jahrelang im Flur eines Studentenwohnheims der Bundeswehruniversität gehangen. Dass es dort jetzt nicht mehr bleiben sollte, hat mit der Affäre um den rechtsextremen Soldaten Franco A. zu tun. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will Konsequenzen daraus ziehen - und die Truppe verändern. Sie kündigte umfassende Reformen an.

Umstrittener Traditionserlass

Dazu gehört auch die Überarbeitung eines sogenannten Traditionserlasses von 1982. Dabei handelt es sich um ein umstrittenes Regelwerk, das seit mehr als 30 Jahren nicht mehr angetastet wurde. Es hält fest, wie die Bundeswehr mit ihren historischen Ursprüngen umgehen soll, etwa mit Wehrmachtsandenken wie Stahlhelmen oder Gewehren.

Derzeit werden Kasernen und andere Einrichtungen nach solchen Gegenständen durchsucht. "Davon sind auch wir nicht ausgenommen", sagte der Sprecher der Helmut-Schmidt-Universität. Er betonte: Das Konterfei des 2015 gestorbenen Altkanzlers sei in dem Flur aufgehängt worden, lange bevor die heute studierenden Soldaten an der Universität angefangen hätten.

Helmut Schmidt hatte im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront in einer Panzerdivision gekämpft, war als Referent für Ausbildungsvorschriften dem Oberkommando der Luftwaffe zugeteilt und zuletzt an der Westfront als Oberleutnant und Batteriechef eingesetzt.

fok/dpa

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