Greifswald Verfassungsschutz nimmt zwei Burschenschaften ins Visier

In Greifswald sind zwei Burschenschaften ins Blickfeld des Verfassungsschutzes geraten. Die Verbindungen gelten laut einem Bericht des NDR als rechtsextrem und haben Kontakte zur AfD.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (Archiv)
Oliver Berg/dpa

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (Archiv)


Der Verfassungsschutz von Mecklenburg-Vorpommern hat die zwei Burschenschaften Rugia und Markomannia Aachen in Greifswald ins Visier genommen und reagiert damit auf Ergebnisse des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV).

Das Amt sieht die Burschenschaft Rugia als eine Gruppierung mit "rechtsextremistischen Bezügen", wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet.

Die Burschenschaft Rugia soll laut des Berichts zu den extrem rechten Auslegern der Szene gehören und die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland weitgehend ablehnen. Die Markomania Aachen soll Beiträge in sozialen Medien veröffentlicht haben, die sich wie eine "Verherrlichung des Militarismus und Hitlers Wehrmacht" lesen, heißt es in dem NDR-Bericht.

Auch ein AfD-Bundestagsabgeordneter sowie drei AfD-Landtagsabgeordnete sollen sich laut NDR in den Burschenschaften engagieren. In den Räumen der Burschenschaften soll sich zudem auch der Landesverband der Jungen Alternative (JA) getroffen haben. Die zwei Burschenschaften sind allerdings eher klein, nicht mehr als 30 aktive Mitglieder sollen sich dort engagieren.

Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern bestätigte dem SPIEGEL, dass Beamte in Mecklenburg-Vorpommern nach einem Gutachten des BfV ermitteln und, dass es Kontakte der AfD-Gruppierung Der Flügel sowie der Jungen Alternative zu den Burschenschaften gebe.

Das Gutachten bilde "die Grundlage für die hiesige Sachverhaltsaufklärung im Bereich der rechtsextremistischen Verdachtsfälle Junge Alternative und Der Flügel innerhalb der AfD", teilte eine Sprecherin mit. "Dies schließt auch Kontakte in das Spektrum der Burschenschaften ein."

Ob und inwieweit hierzu die Öffentlichkeit informiert wird, sei Teil des Prüfungsprozesses.

Auf ihrer Facebook-Seite kommentiert die Burschenschaft Markomannia Aachen den NDR-Bericht mit den Worten: "Wenn man solche Beiträge liest, weiß man wofür unsere GEZ-Beiträge vernichtet werden bzw. wofür unsere Steuergelder zum Fenster rausgeschmissen werden, wenn man an den politischen Missbrauch des Verfassungsschutzes denkt. Jedenfalls der x-te durchschaubare Versuch der linken Presse und Landesregierung, der AfD zu schaden, diesmal vor der wichtigen Europa- und Kommunalwahl in MV."

kha



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