Campusfernsehen Mensa mit TV-Menü

Weil Daily Soaps auf Dauer nerven, gibt es ab sofort "Akonga TV". Zwischen Vorlesungen und Seminaren bietet der erste Studentensender in Uni-Bistros und Cafeterias das alternative Fernsehprogramm.
Von Sabine Hoffmann

Manchmal können die Pausen zwischen den Vorlesungen endlos sein. Du sitzt da, kippst einen Kaffee nach dem anderen in dich hinein und kriegst die Augen trotzdem nicht auf. "Wie lange noch?" fragst du. "Zu lange", antwortet dein Nachbar. Dann drehst du dir eine Zigarette und starrst die Wände an. Und weil die meistens fleckig und grau sind, hatten die Macher einer Düsseldorfer Produktionsfirma jetzt eine Idee - "Akonga-TV", Fernsehen für Studenten zwischen Vorlesung und Seminar.

Hiphop und Independent statt Volksmusik

Künftig soll "Akonga TV" auf Monitoren in Uni-Cafeterien und Bistros ausgestrahlt werden. "Wir wollen nichts Eingefahrenes bringen", erklärt Cipek. Deshalb berichtet Akonga TV nicht über Fußball, sondern über Tauchen in Australien - statt Daily Soaps gibt's Kurzfilme über "Fanta und Bier" und "Coming Out".

Reportagen über Bafög sollen Studenten über ihre Rechte aufklären. Zwischendurch singt die Hiphop-Band "Fettes Brot" von "Schwulen Mädchen" und "Weezer" vom "Island in the sun". Das redaktionelle Konzept, sagt Geschäftsführer Christian Darius, bestehe zu 60 Prozent aus Unterhaltung, je 18 Prozent Infos zum Thema Beruf und Freizeit und 4 Prozent Werbung.

Bisher wurden fünf Stunden produziert und per VHS-Kassette an Hochschulen geschickt. Einige Studentenwerke, etwa in Münster, Berlin, Stuttgart und Regensburg, schlossen bereits Verträge mit den "Akonga"-Produzenten. Das Gesamtprogramm von einer Stunde wechselt täglich. Von Montag bis Freitag rotiert das Programm. In den Folgewochen werden die Schleifen in unterschiedlicher Reihenfolge wiederholt.

Mitmachen kann jeder

Inhaltlich wird "Akonga TV" eng mit dem Musikmagazin "Intro" und der Hochschulzeitschrift "Audimax" zusammenarbeiten. Aber auch die Studenten können das Programm mitgestalten: Wer will, kann seinen Beitrag auf Videokassette aufzeichnen und einschicken. "Ist der gut, senden wir ihn", so Cipek.

Langfristig sei geplant, an allen Universitäten täglich ein mehrstündiges Programm auszustrahlen. Ob dies in naher Zukunft möglich sein wird, bleibt fraglich: Finanziert wird das Studenten-TV aus Werbegeldern - und an denen wird derzeit drastisch gespart.

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