CDU-Landeschef Laschet als Hochschuldozent Klausuren verloren, Noten ausgedacht

CDU-Landeschef Armin Laschet will nach einem Malheur seine Lehrtätigkeit an der Technischen Hochschule in Aachen aufgeben. Erst verlor er Klausuren, dann ermittelte er freihändig Ersatznoten - auch für Studenten, die gar nicht mitgeschrieben hatten.
CDU-Landeschef Laschet: Ersatznoten frei Hand ermittelt

CDU-Landeschef Laschet: Ersatznoten frei Hand ermittelt

Foto: Maja Hitij/ dpa

Als CDU-Landeschef in Nordrhein-Westfalen weiß Armin Laschet natürlich, wie Politik funktioniert. Sein Wissen gibt er auch an Politikstudenten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen weiter, wo er als Lehrbeauftragter seit 1999 unterrichtet. In den Veranstaltungen lerne man manches, was "vielleicht nicht in den Lehrbüchern steht", wirbt Laschet, mit Deutschland-, Europa- und NRW-Flagge im Rücken, in einem Video  auf der Uni-Homepage.

Auch wie der CDU-Politiker die Noten in seinem Seminar vergibt, ist mitunter nicht gerade nach Lehrbuch, berichtete der "Kölner Stadtanzeiger" . Die korrigierten Prüfungsarbeiten, die Laschets Studenten nach einem Berlin-Seminar schrieben, sind offenbar auf dem Postweg verloren gegangen.

Ein Malheur, das nicht passieren sollte. Um den Studenten eine Nachprüfung zu ersparen, habe Laschet einfach Ersatznoten ermittelt - etwa auf der Grundlage von Notizen und Vermerken aus dem Seminar. Dabei erhielten auch Studenten eine Note, die die Klausur ursprünglich gar nicht mitgeschrieben hatten. Dadurch fiel die freigiebige Zensurenvergabe des CDU-Chefs auf.

Am Dienstag äußerte sich Laschet in einer Stellungnahme zu den Details seiner ungewöhnlichen Notengebung. In den 15 Jahren seiner Lehrtätigkeit an der RWTH Aachen habe es bisher nie Probleme mit dem Postversand gegeben, sagt Laschet in einer Stellungnahme. Er sei daher davon ausgegangen, dass die Klausuren in der Universität schon wieder auftauchen werden. Dort suchte man - aber fand wohl nichts. Daraufhin habe er neue Noten "auf der Grundlage meiner Notizen und Vermerke" gemacht, so Laschet. Das sei auch mit der Hochschule so abgesprochen gewesen.

Als die Studenten über die Noten für mitunter nicht geschriebene Klausuren wunderten, habe er ihnen die Situation geschildert, berichtet Laschet. Den Studenten schrieb er Ende März: "Da die Klausuren gut ausgefallen war, erschien uns eine Neuansetzung mit großem Abstand zum Seminar als keine gute, faire und sachgerechte Lösung." Er sei aber gerne bereit, einen Nachschreibetermin anzubieten, heißt es weiter in dem Brief. Drei Studenten nehmen an diesem Dienstag an der Wiederholungsklausur teil - die übrigen haben sich offenbar mit den Behelfsnoten zufrieden gegeben.

Der CDU-Politiker gibt sich zerknirscht und räumte den Fehler ein. "Der Verlust der Klausur-Unterlagen hätte nicht passieren dürfen und dies bedauere ich sehr." Seine Lehrtätigkeit in Aachen will er als Konsequenz aus dem Vorfall nun beenden.

bkr
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