Chat-Bericht Private Hochschulen sind nicht nur für Superhirne

An deutschen Privathochschulen gibt es viel Licht, aber noch mehr Schatten, wie eine Expertenstudie kürzlich zeigte. Was leisten die vermeintlichen Kaderschmieden wirklich? Antworten von Rolf Ernst Pfeiffer, Personalexperte bei Accenture, im Chat von UniSPIEGEL ONLINE und manager-magazin.de.

lemmer1:

Warum sollte man auf eine private Universität gehen?

Pfeiffer: Weil es gewisse Lernerfahrungen gibt, die es woanders nur schwer zu finden gibt: Gruppenarbeit, gewisse Formen der internationalen Zusammenarbeit, Kontakte zu Firmen, ein zügiges Studium, relativ hohe Planbarkeit, ein gutes Netzwerk.

lemmer1: Kann man dieses nicht auch in kleinen Studiengängen bekommen?

Pfeiffer: Grundsätzlich ja, aber es sollte vorher nachgefragt werden, wie die Universitäten es damit halten. Dafür gibt es eine Studienberatung. Nutzen Sie die.

trinhl: Relativ hohe Planbarkeit? Können Sie das näher erläutern?

Pfeiffer: In der Regel bekommen Sie einen ziemlich genauen Plan, was in den zwei bis vier Jahren passieren soll, die Sie dort studieren. Viele alternative Gestaltungsmöglichkeiten – wie auch mal ein Praxissemester oder eine Weltreise – sind kaum möglich.

Stephan1: Auf welche Kriterien sollte man bei der Auswahl der Hochschule für ein BWL-Studium achten, wenn man sich dafür entscheidet an eine private Universität zu gehen?

Pfeiffer: Wie lange existiert die Schule bereits? Was sind die Schwerpunkte der Ausbildung? Wie international sind die Kurse? Woher kommen die Professoren? Welche Praxiskontakte gibt es? Wo sind die Absolventen gelandet? Wie ist das resultierende Netzwerk zu bewerten?

michael1: Hat man überhaupt Chancen, mit einem "Zweier"-Abitur auf eine der Privathochschulen zu kommen?

Pfeiffer: Selbstverständlich, es gibt viele Faktoren, die für die Aufnahme an einer Privathochschule wichtig sind.

michael1: Es kommt einem aber vor, als ob da nur die "Superhirne" hinkommen.

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das ist alles relativ, ich kann Ihnen versichern, die Superhirne (wie auch immer Sie das definieren) sind an der privaten Hochschule nicht in der Mehrheit.

AliBaba1: Sind die privaten Hochschulen ihrer Meinung nach die teuren Gebühren wert?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Grundsätzlich ja, wenn man weiß, was man damit erreichen will.

Stephan1: Wo sehen Sie die Nachteile eines Studiums an einer privaten Universität aus Unternehmens- und Studentensicht?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Aus Unternehmenssicht: Sehr individuell verschieden, für mich das aufgebaute hohe Anspruchsniveau, das nicht immer der Realität entspricht. Die Unmöglichkeit, verschiedene Fachrichtungen zu kombinieren und im Dialog mit anderen Denk- und Fachrichtungen zu reifen. Aus Studentensicht: Man weiß vom Tag Eins an relativ genau, was man machen wird. Das ist nicht für jeden erstrebenswert.

Stephan1: Bestätigt Ihre Erfahrung, dass an Privat-Unis vornehmlich Kinder wohlhabender Eltern studieren? Von der EBS hört man zum Beispiel immer wieder, dass es einen studentischen Cabrio-Fahrer-Verein gibt. Ist die Sorge begründet, dass man sich als "Normalo" kaum zurechtfinden wird?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Der Verein ist mir nicht bekannt (Wir würden ihn als Unternehmen auch nicht fördern.) Es ist sicher richtig, dass private Hochschulen keinen statistisch relevanten Querschnitt der Bevölkerung darstellen. Aber auch das ist für einen "Normalo" eine sehr bereichernde Lernerfahrung.

HD: Was halten Sie vom - staatlichen - Wirtschaftsingenieur als Alternative zu einem Ingenieurstudium und anschließens einen privaten MBA?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Gute Idee.

Robin2: Wie groß sind die Akzeptanzdifferenzen zwischen staatlich anerkannten Abschlüssen privater Hochschulen und staatlich (noch) nicht anerkannter Abschlüsse? Zum Beispiel Malente.

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Der Wert ist sicher vorhanden, staatlich anerkannt zu sein. Eine staatliche Anerkennung ist eine Zertifizierung, die keine Garantie für Qualität darstellt. Aber ohne Zertifizierung ist es fraglich, was dahinter steckt, welche Absichten verfolgt werden, wer die Initiatoren sind, welche Qualität sie bieten.

michael1: Stimmt es, dass die Einstiegsgehälter der Leute, die an Privat-Unis studiert haben, deutlich höher sind?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das hängt sehr stark von den Firmen ab, bei uns ist das nur sehr selten der Fall, weil sich die Einstiegsgehälter nach dem Aufgabengebiet richten, nicht nach der Hochschulart.

lemmer1: Gibt es einen Grund NICHT an einer privaten Uni zu studieren?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Selbstverständlich: Wer links und rechts schauen will, in anderen Themengebieten Interessen verfolgen will, der ist an einer Uni besser aufgehoben. Wer noch nicht genau weiß, was er studieren will, sollte eine Uni bevorzugen.

AliBaba1: MBA lieber in Deutschland oder gleich in den USA?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Wo wollen Sie später Ihr Netzwerk haben? In Europa oder in den USA. Hierin liegt die offensichtliche Antwort. Der Rest ist persönlicher Geschmack.

janotto1: Ein Freund von mir studiert an der EBS in Oestrich-Winkel. Der kommt freitags aus Frankreich zurück von einem dreimonatigen Praktikum und montags hat er wieder Vorlesung. Und das ganze jeden tag von 8 bis 18 Uhr. Wie soll man da "normal" bleiben?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Normal ist immer eine individuelle Frage! Fragen Sie vorher, was an der Uni/Schule geboten wird, damit Sie keine negativen Überraschungen erleben.

Die Schwächen der Absolventen von Privatunis

Lesen Sie im nächsten Teil:

Schwittay: Welche Bedeutung hat eine MBA-Zertifizierung nach AACSB?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: In den USA ist das "make or break“; auch in Europa wird darauf geachtet, weil es die wichtigste Form der Zertifizierung dieser Art Studiengänge ist. Eine Zertifizierung allein garantiert aber noch keine Qualität.

check122: Wie wichtig ist es für den Ruf einer Hochschule, konkret auf den Berufseinstieg auszubilden? Zählt die Allgemeinbildung noch oder vor allem die konkreten Tools?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Wer sagt Ihnen, dass die Tools, die Sie heute lernen, in drei Jahren noch relevant sind? Niemand! Also eine ganz klare Aussage: Die Allgemeinbildung ist deutlich wichtiger als die vielen Tools.

shellac1: Was sind die Schwächen der Privat-Uni-Absolventen? Dinge, die sie auf einer öffentlichen Uni vielleicht gelernt hätten?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Sich selber organisieren; sich durchschlagen (was dem richtigen Leben entspricht); mit Mangel (Bibliotheken!) umgehen; echte intrinsische Eigenmotivation.

Miczaika: Sehen Sie auch in Deutschland die Möglichkeit, dass private Hochschulen es schaffen, wirkliches Stiftungskapital aufzubauen, wie dies in den USA der Fall ist?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ja, aber denken Sie daran, dass die amerikanischen Hochschulen viele Jahrzehnte (teilweise Jahrhunderte) Vorsprung haben.

SinaMarquardt: Wird an Privat-Unis auch die Kreativität gefördert, beziehungsweise welche Unis gelten als besonders "kreativ", soll heißen: abwechslungsreich?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Abwechslungsreich sind zum Beispiel diejenigen mit vielen Fächerkombinationen (also die großen) oder diejenigen, die besonders interessante Studiengänge anbieten (fragen Sie die Studienberatungen).

Christoph1: Zum Thema Konkurrenzfähigkeit: Ist ein junger Privat-Uni-Absolvent auch auf dem internationalen Parkett konkurrenzfähig?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Die Konkurrenzfähigkeit hängt nicht von der Schulform ab. Grundsätzlich aber: ja.

SinaMarquardt: Wie schätzen Sie die Chancen für Frauen ein, sich in den nächsten Jahren in der "Männer-Domäne" BWL und Wirtschaft allgemein durchzusetzen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Sehr gut. Wir arbeiten bei Accenture daran; auch viele andere Unternehmen sind in ähnlicher Weise tätig.

oliverb1: Stichwort Promotion: Ist der Ruf hier von der Uni oder dem betreuenden Professor/Doktorvater abhängig?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: It’s in the eyes of the beholder. Wenn ich die Uni kenne, nicht aber den Professor, wie soll dann der Professor eine Auswirkung auf den Ruf haben? Das gilt umgekehrt genauso.

sapore1: Besteht eine Tendenz, dass Privat-Uni-Absolventen weniger Biss haben, weil sie von Haus aus eher "verwöhnt" sind? Auf gut Deutsch: Wie sortiert man Schnösel aus?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Möglich. Durch intensive Gespräche oder andere Auswahlverfahren. Das geht mit ein wenig Übung sehr schnell.

Bjoern2: Sollte man vielleicht ein Auslandspraktikum einem Auslandsstudium vorziehen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Am besten beides; wenn eines von beiden, dann vielleicht eher ein Praktikum.

franzi: Wie ist Ihre Einstellung in Bezug auf die Noten, mit denen man sich bewirbt? Bei mir entsteht oft der Eindruck, dass gute Privatschulnoten stark überbewertet werden.

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das kommt vor; Noten geben eine gewisse Tendenz im Gesamtbild, die Einzelnoten sind nicht so wichtig.

kg1121: Zum hohen Anspruchsniveau: Ist das nicht eine Sache, die grundsätzlich positiv ist, man muss es nur erfüllen können?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ja.

Grummel2: Ich frage mich generell, wieso es große Unterschiede zwischen staatlichen und privaten Unis geben soll. Schließlich ist ein Studium vor allem ein Lektürestudium, und das ist Uni-unabhängig.

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Falsch. Wenn ein Studium Lektürestudium ist, dann waren Sie in Hagen an der Fernuni. Der wahre Wert einer Hochschule kommt aus der Interaktion mit Kommilitonen.

Stephan1: Inwieweit stimmt das (Vor-)Urteil, dass sich Studenten an Privat-Unis ihr Diplom "erkaufen" können?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ich persönlich habe noch keinen Fall erlebt, aber die Durchfallquoten sind sehr niedrig.

pouls0481: Ist es zu empfehlen, vor Beginn des Studiums eine Ausbildung zu absolvieren und was halten Sie von einer Kombination aus Studium und Ausbildung?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Nein, nicht immer. Man läuft Gefahr, viel Zeit zu verlieren. Lieber ein Praktikum mehr absolvieren.

HD: Sind zu enge Absolventennetzwerke eine Gefahr für die Unternehmen, wenn Beziehungen mehr zählen als Leistung? Enron wäre da ein Beispiel.

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Nein, ich sehe die Gefahr als relativ gering an.

sapore1: Haben Absolventen aus "gutem Hause" Ihrer Erfahrung nach weniger Biss als andere?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das ist empirisch nicht nachzuweisen; auch in meiner Erfahrung ist das nicht so.

Andree1: Würden Sie zum Beispiel einem Elektroingenieur empfehlen, noch einen MBA zu machen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Durchaus eine sinnvolle Ergänzung. Aber es kommt auf viele Randbedingungen an.

Welche Rolle das Studienfach bei derBewerbung spielt

Lesen Sie im nächsten Teil:

randel: Durchschnittsalter der MBA-Studenten ist angeblich 29, oder? Wenn ich also mit meinem 33 Jahren demnächst ein MBA mache, falle ich also zu sehr aus dem Rahmen, oder?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das Durchschnittsalter hängt von der Schule ab, es gibt auch Schulen, die ein höheres Durchschnittsalter haben (IMD Lausanne).

hans1: Welche Rolle spielt das Studienfach im Bewerbungsprozess? Haben Quereinsteiger aus anderen Fachrichtungen Chancen? Oder gibt es bevorzugte BWL-Fachrichtungen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das kommt wesentlich darauf an, auf welche Position in welchem Unternehmen Sie sich bewerben. Generelle Regeln gibt es nicht.

philippe1: Liegt der größte Vorzug einer Privat-Uni à la WHU nicht im täglichen Umgang mit hochmotivierten und überdurchschnittlichen Mitmenschen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das ist sicher ein wesentliches Argument für ein Studium an einer privaten Hochschule.

Grummel2: Welche Vor- und Nachteile haben in Ihren Augen Magister- gegenüber Diplomabschlüssen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ich habe bisher keine großen Unterschiede kennen gelernt; der Unterschied liegt wahrscheinlich in den Studienfächern; ich kenne zum Beispiel keinen Magisterabschluss der BWL (außer in Österreich). Das erscheint mir weitgehend gleichwertig.

Carlos1: Vereinen "Elite-Studiengänge" mit Auswahlverfahren an öffentlichen Universitäten, wie zum Beispiel Europäische Wirtschaft in Bamberg, nicht die Vorteile von öffentlichen und privaten Universitäten?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ja, in gewissem Maße. Es kommt hierbei sehr stark auf den einzelnen Studiengang an. Bamberg hat ein interessantes Konzept gefunden.

Grummel2: Was ist aus Ihrer Sicht empfehlenswerter: Auf einen bestimmten Job/Arbeitgeber "hinzustudieren" oder sich während des Studiums nur von seinen Interessen leiten zu lassen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Eindeutig letzteres. Wobei eine leichte Einschränkung zum "nur" angebracht scheint; Sie müssen dann akzeptieren, dass der Arbeitsmarkt Ihre Interessen nicht in dem Maße honoriert, wie Sie es sich wünschen.

abu1: Sagt denn die Länge eines Studium über die Qualität etwas aus? Ist es nicht der Wunsch der Industrie, schnell gute Leute zu bekommen, die industriespezifische Inhalte mitbekommen haben?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Eindeutig jein. Die Kenntnisse sollten relevant sein, rein Industriespezifisches ist sinnvoll, aber nicht allein glückseligmachend. In sinnvoller Länge stecken in der Regel auch sinnvolle Inhalte; ein in die Länge gezogenes Studium, weil man keine Lust auf mehr als eine Prüfung pro Semester hatte, ist nicht sinnvoll.

Daniel1: Sollte man nicht gleich nach England oder in die USA gehen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ich würde mir unterschiedliche Angebote unabhängig von den Ländern anschauen; eine Ausbildung ist nicht per se besser, weil sie aus dem englischsprachigen Ausland kommt. Warum nicht auch an andere Länder denken, das ist viel spannender.

Kreon1: Woran kann ich erkennen, dass eine private Hochschule besser zu mir passt als eine staatliche?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Hingehen, einen Tag über den Campus laufen, mit Studenten und Professoren reden, so viel wie möglich einen persönlichen Vor-Ort-Eindruck gewinnen.

Kreon1: Wie wichtig ist die staatliche Anerkennung eines Abschlusses, den ich an einer privaten Hochschule machen kann?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Sehr wichtig, weil eigentlich jeder eine private Hochschule aufziehen kann, auch ohne staatliche Anerkennung. Dann weiß man aber nicht, welche Interessen dahinterstecken (vielleicht ist es nur, Geld zu verdienen).

Wie ist ein privates Studium zu finanzieren?

Lesen Sie im nächsten Teil:

Shizuka1: An manchen privaten Hochschulen - etwa an der Cologne Business School - bekommt man kein Bafög. Wie kann man sich das Studium anders finanzieren? Mit Hilfe von Stipendien?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Grundsätzlich sind Stipendien ein legitimer Finanzierungsweg. Es sollte auch möglich sein, Finanzierungen aufzutreiben, die auf Basis von Krediten funktionieren. Das ist im internationalen Umfeld Usus.

michael1: Ist es nicht von Nachteil, mit einem Schuldenberg ins Berufsleben einzusteigen, nur weil man an einer Privat-Uni studiert hat?

Christoph1: Halten Sie einen Preis von ca. 4000 Euro pro Semester für gerechtfertigt (WHU/HHL)?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Es gibt auch andere Gründe, warum man Schuldenberge auftürmen kann. Eine Ausbildung an einer privaten Hochschule ist nicht der schlechteste Grund. Die Preise der deutschen Privat-Unis sind in der Regel gerechtfertigt. Verglichen mit den Möglichkeiten, die man sich erschließen kann, ist eine Darlehensfinanzierung durchaus zu rechtfertigen. Ein Vergleich lohnt sich immer. Der Gewinn liegt bekanntlich im Einkauf!

AliBaba1: Wie kann man ein Stipendium für eine Privathochschule bekommen ?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Da fragen Sie am besten bei der entsprechenden Schule nach; ansonsten gibt es die verschiedenen Studienstiftungen.

lemmer1: Ist es notwendig, private Hochschulen vom Staat mitfinanzieren zu lassen, wenn Grundlagenforschung und ähnliches zu kurz kommt?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Forschung und Lehre sind zwei Ziele; wenn sich die privaten Hochschulen im Wesentlichen der Lehre verschreiben, dann ist das eine Ausrichtung, die zu akzeptieren ist. Der Staat kann nicht alles fördern.

michael1: Würden sie es empfehlen, einen Kredit aufzunehmen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Grundsätzlich ja; wenn man einen persönlichen Business-Case hat.

Christoph1 Was halten Sie von Hochschulstipendien, wie sie die HHL vergibt und man sich direkt damit auch an einen späteren Arbeitgeber bindet? (Ford-Stipendium).

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ich würde mich nur ungern auf solche Weise an eine Firma binden; aber verwerflich ist es nicht, meine Meinung ist sehr persönlich.

Die Studie des Stifterverbandes und die Ohefeige für die Privathochschulen

Im nächsten Teil:

Stephan1: Wie ist die Studie des Stifterverbandes zu bewerten? Warum kommen die privaten Hochschulen dabei so schlecht weg, wenn auf der anderen Seite viele Unternehmen gerade an privaten Universitäten viel Energie ins Recruiting stecken?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Weil der Stifterverband eine andere Ausrichtung hat als rekrutierende Unternehmen. Weil - wie vieles im Leben - auch diese Studie von legitimen Interessen und Ansprüchen geleitet wird, die mit denen der Unternehmen nicht notwendigerweise kongruent sind. Die Deckungsgleichheit der Interessen wäre ein reiner Zufall. Insofern beunruhigen mich diese Ergebnisse nicht bezüglich meiner Meinung von den verschiedenen Schulen.

Recruiting bei Accenture und anderswo

Private Unis aus Sicht des Experten

Welche private Hochschule für wen?

Welche Privatunis sind top?

shellac1: Und sehen Sie die genannten Schwächen der Unis als kritisch?


Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Teilweise schon (Frage der Finanzierung, Frage des akademischen Konzepts); aber wie gesagt: Die Studienergebnisse beeinträchtigen meine insgesamte Meinung kaum. Diese bildet sich im Wesentlichen aus dem Dialog mit Studenten und Absolventen, weil das für mich in meiner Funktion die entscheidende Frage ist.

Schwittay: Die Amerikaner setzen beim MBA die Standards. Warum wird dann zum Beispiel die "German International Graduate School of Management and Administration" (GISMA) in Hannover als "unoriginelle Kopie eines amerikanischen Studienkonzepts" bezeichnet?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das fragen Sie am besten die Jury. Ich kann verstehen, dass ein erfolgreiches Konzept "kopiert" wird.

shellac1: Hat die Studie des "Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft" Ihre Meinung über die privaten Hochschulen in Deutschland verändert?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Nein.

MartinF1: Welchen Wert hat diese Expertenstudie, wenn die fachlichen Qualitäten explizit nicht bewertet wurden?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Gute Frage! Ich denke, dass es schwierig ist, diese Qualität zu bewerten, weil es viel mit einer Bewertung auf lange Sicht zu tun hat; das geht natürlich nicht "auf die Schnelle". Es ist sehr schwierig, eine Studie zu gestalten, die für alle betrachtenden Seiten gleichermaßen gute Ergebnisse liefert, wenn die grundlegenden Interessen stark unterschiedlich sind. Das gilt auch unter Unternehmen: Was ich über Accenture sage, kann bei anderen Unternehmen durchaus auf Unverständnis stoßen, weil deren Standpunkt ein anderer ist.

kris1: Nehmen wir einmal an, Sie würden in diesem Jahr Ihr Abitur machen und wollten gleich anschließend studieren: Würden Sie auf einer der getesteten Unis studieren wollen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Durchaus. Es käme sicher auf meine persönliche Situation an.

HD: Wenn die Privatschulen so gut sind, weshalb gründen dann gerade 25 deutsche Großunternehmen mit 130 Millionen Euro noch ein "Elite"-Institut?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Erstens sind es bisher nur Pläne. Zweitens gibt es Anforderungen der Unternehmen, die von den bisherigen Hochschulen angeblich nicht abgedeckt werden. Und drittens kann es ein gutes Geschäft sein, denn auch die Verbindung mit Executive Education ist möglich.

Ecort: Was ist bitte "Executive Education"?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Die Weiterbildung von Mitarbeitern, die bereits in Unternehmen tätig sind und ihre erste (akademische) Ausbildung bereits abgeschlossen haben, denen zusätzliche Qualifikationen vermittelt werden sollen. Diese sollen sie in die Lage versetzen, weitergehende Führungsaufgaben zu übernehmen.

Ecort: Ferner wurden auch nicht alle privaten Hochschulen bewertet. Wie viele fehlen eigentlich?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das entzieht sich meiner Kenntnis; viele fehlen aber nicht.

Im nächsten Teil:

HD: Wie ist Ihre eigene Erfahrung bei Accenture mit Privat- im Gegensatz zu Universitätsabsolventen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Insgesamt gut - sonst würden wir dort gar nicht mehr rekrutieren. Die Praxisnähe ist in aller Regel sehr hoch. Aber die Studenten sind auch eher verwöhnt. Der Start in den rauhen Unternehmensalltag fällt den Privatstudenten nicht notwendigerweise leichter als Uniabsolventen.

shellac1: In welcher Beziehung verwöhnt? Ist an einer Privatuni der Arbeitsaufwand nicht höher als an einer staatlichen Uni?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Mag sein, das hängt vom individuellen Einsatz der Studenten ab. Verwöhnt sind sie insofern, als vieles geliefert wird, was man sich im richtigen Unternehmensleben erarbeiten muss. So etwas schon im Studium zu haben, schult ungemein!

abu1: Nach welchen Kriterien entscheidet sich Accenture bei bestimmten privaten Hochschulen Recruiting zu betreiben?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Bisherige Erfahrung, Kenntnis der Professoren, Wirkung am Markt. Es ist nach wenigen Jahren gut nachvollziehbar, woher die (nach unseren Maßstäben) guten Leute kommen, die bei uns erfolgreich sind. Danach richten wir uns sehr stark.

JensLapinski: Wie viele Privat-Uni-Absolventen wurden bei Accenture Deutschland im vergangenen Jahr eingestellt?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Darüber führen wir keine Statistiken.

Matthias: Ist es bei Ihnen von größerer Bedeutung, ein Studium schnell zu absolvieren oder auf jeden Fall ein bis zwei Semester im Ausland - Praktikum oder Studium - verbracht zu haben?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Am Ende zählt die Persönlichkeit, die Erfahrung, die Kenntnisse; nicht aber allein die Schnelligkeit. Die Auslandserfahrung während des Studiums - auch als Praktikum - ist von unschätzbarem Wert.

sapore1: Was an der Persönlichkeit ist Ihnen wichtig?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Die Fähigkeit, sich selber zu hinterfragen. Die Fähigkeit, zuzuhören und zu diskutieren, andere Meinungen gelten zu lassen. Die Fähigkeit, offen Feedback zu geben und zu seinen Meinungen zu stehen.

sapore1: Fördern private Hochschulen die Persönlichkeitsentwicklung eher mehr oder eher weniger als öffentliche/staatliche Universitäten?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Klassiche Juristenantwort: Das kommt drauf an. In der Regel liegt viel der Persönlichkeitsentwicklung im Diskurs, der ist in der privaten Hochschule ausgeprägt vorhanden. Aber die Typenvielfalt unter den Studenten ist sehr eingeschränkt.

Carlos1: Meinen Sie nicht auch, dass Individualität, die Kunst sich selber zu motivieren und Durchsetzungsvermögen eher an öffentlichen Universitäten gefördert werden?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Suggestivfrage! In der Regel ist aber die Antwort ein klares Ja.

Matthias: Ihr Tipp ist es, auch das Diplom im Ausland zu machen. Wie anerkannt, denken Sie, sind mittlerweile amerikanische/englische Abschlüsse - etwa der Bachelor - in Deutschland?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Es gibt viele Unternehmen, die damit etwas anfangen können. Vor allem international tätige. Verlangen Sie aber bitte nicht vom national tätigen Mittelständler, dass er treffsicher einschätzen kann, mit was für einem Abschluss er es zu tun hat. Gehen Sie bitte davon aus, dass ein angelsächsischer Bachelor nicht mit einem deutschen Diplom oder Magister gleichwertig betrachtet wird; der Bachelor ist irgendwo zwischen deutschem Vordiplom und Diplom angesiedelt. Die Akzeptanz dieser Studiengänge wird in Zukunft zunehmen, in dem Maße, wie diese Abschlüsse auch an deutschen Hochschulen normal werden.

abu1: Also geben Sie relativ neuen Privathochschulen erst nach einiger Zeit eine Chance, in Bezug auf Ihr Recruiting?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Meistens schon; einige Versuche machen wir aber schon recht früh.

Bjoern2: Ist es eigentlich wirklich so, dass Unternehmen Leute von mittelmäßigen Privatschulen lieber nehmen als gute von staatlichen Unis?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Nein. Ich will gute Leute haben, woher die kommen, ist mir egal.

MITZELL1: Sehr geehrter Herr Pfeiffer, wie schätzen sie ein FH-Diplom im - berufsbegleitenden - Fernstudiengang ein? Wird dieses zum Beispiel von Ihrer Branche ernst genommen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ein berufsbegleitendes Studium ist für viele eine ernst zu nehmende Form der Weiterqualifikation und als solche sehr wichtig. Es ist allerdings auch richtig, dass Unternehmensberatungen hierin keine bevorzugten Recruitingkanäle sehen.

hans1: Wie bewerten Sie die Aufnahmechancen in einer Beratung wie Accenture mit einer staatlichen Ausbildung?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Hervorragend.

sapore1: Wie gewichten Sie bei einem Bewerber die absolvierte Hochschule? Spielt sie eine große oder eher eine kleine Rolle?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Im Vordergrund steht die Person, die Hochschule steht im Hintergrund.

Matthias: Sehen Sie, gerade in der Banken- und Beratungsbranche, den Uni-Abschluss verglichen mit dem FH-Abschluss als ein "Muss"?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Bei den Strategieberatern: ja, bei anderen Beratern und bei Banken: nein

Sniffler: Arbeitet Accenture mit einer Universität enger zusammen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Nein.

Bjoern2: Wie wichtig sind für Sie die Noten bei der Einstellung?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Nicht unwichtig, aber nur eines von mehreren Kriterien.

Im nächsten Teil:

ANNA: Wie angesehen ist bei Ihnen zum Beispiel die "London School of Economics"(LSE)? Würden Sie eher einen Absolventen der LSE oder einen Absolventen einer deutschen Privat-Uni vorziehen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Die LSE hat ein sehr hohes Renommee. Ob deshalb der einzelne Absolvent besser zu uns passt, kann pauschal nicht beantwortet werden. Zuletzt kommt es immer auf die Person individuell an.

Stephan1: Die Handelshochschule in Leipzig bietet ja nur das Hauptstudium an. Lohnt es sich für mich, erst an einer staatlichen Uni das Vordiplom zu machen und dann zu wechseln?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Auf alle Fälle. In der Kombination liegt viel vom Charme. Auch meine Erfahrung besteht aus beiden Systemen. Ich kann eine solche Kombination, die übrigens auch andere Hochschulen bieten, nur empfehlen.

Christoph1: Sie sprechen vom Charme der Kombination der beiden Systeme bei der HHL. Wie bewerten Sie dabei die Bewertung der HHL im Ranking des Stifterverbandes?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ich kenne die Kriterien der Untersuchung nicht, deshalb kann ich sie nicht kommentieren. Aber insgesamt hat mich die Einschätzung verwundert.

FS: Gibt es neben der Leipziger weitere private Hochschulen in ähnlicher Entfernung zu Dresden? Wenn ja, können Sie bitte ein kurzes Statement zu ihnen abgeben?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Mir nicht bekannt, außer der EAP in Berlin; ich würde mich, wenn irgend möglich, nicht von der Entfernung leiten lassen.

hzeiss1: Welche Erfahrungen haben Sie mit Absolventen der WHU gemacht?

michael1: Was halten Sie von der WHU?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Bisher wenige, insgesamt waren die Absolventen stets sehr jung. Die Gefahr, altklug daherzukommen, ist sehr groß, auch wenn die Ausbildung sehr gut ist. Ich war noch nie dort, kenne sie nur aus Gesprächen mit vielen Absolventen. Deshalb will ich hier nicht zu viel sagen. Das Konzept ist grundsätzlich gut, ich würde mir noch bessere internationale Kontakte wünschen - und gleichzeitig etwas weniger Zielstrebigkeit.

Bjoern2: Wie alt - oder jung - sollte ein Absolvent denn am besten sein?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Hier ist keine einfache Aussage möglich. Aber ein 26-jähriger Wirtschaftsingenieur ist eben in vielen Fällen reifer als ein 23-jähriger Privatabsolvent. Es gibt keine generelle Aussage, weil das von Person zu Person sehr unterschiedlich ist.

michael1: Was meinen Sie denn mit besseren internationalen Kontakten? Die WHU bietet zwei Auslandssemester an? Reicht das nicht?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ich bin fest davon überzeugt, dass einzelne Auslandssemester viel eher zu Studientourismus führen im Vergleich beispielsweise mit integrierten Auslandsprogrammen, bei denen auch ausländische Abschlüsse erworben werden. Mir wäre ein komplettes Studienjahr mit Abschluss an einem Ort lieber.

Kyas2: Und was halten Sie von der Bucerius Law School?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ich habe bisher nur davon gelesen; die Gespräche, die ich mit Anwälten geführt habe, suggerieren, dass hier eine vernünftige Qualität geboten wird. Aber der Realitätstest steht noch aus, weil es noch keine Absolventen gibt.

wisalie1: Würden Sie an einer so jungen privaten Hochschule, wie der Bucerius Law School, ein Studium beginnen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Durchaus, aber seien Sie sich der Tatsache bewusst, dass Sie als Pionier unterwegs sind. Das hat Vor- und Nachteile, die abgewogen sein wollen.

Abmalca1: Was halten Sie von der Konzeption der Uni Witten/Herdecke?

pouls0481: Was halten Sie von der Privat-Uni Witten/Herdecke?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Viel! Die Interdisziplinarität ist sehr interessant, das pädagogische Konzept sorgt dafür, dass sehr reife Menschen als Absolventen herauskommen.

smou1: Warum soll ich nach Witten gehen, wenn ich an der WFI der Uni Eichstätt kostenlos dasselbe Angebot vorfinde?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das ist sehr individuell zu begründen. Es kommt auf die genauen Studieninhalte an. Eichstätt ist nach meiner Erfahrung eine gute Hochschule, die es in einigen Bereichen mit privaten Hochschulen problemlos aufnehmen kann; gleichzeitig auch allein viel bietet, allerdings nur in wenigen Fächern. Witten hat ein deutlich breiteres Konzept als viele andere erwähnte Schulen, deshalb ist der Vergleich eins zu eins nicht möglich.

Guest5: Ich studiere an der Uni Witten. Bei uns gibt es übrigens mehr Bafög-Empfänger als im Bundesdurchschnitt.

SinaMarquardt: Wie, denken Sie, schneiden private Hochschulen in Deutschland im Vergleich mit der Uni St. Gallen in der Schweiz ab?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: St. Gallen ist nach meiner Erfahrung eine gute Hochschule, die in Deutschland viel höher angesehen ist, als ihre Qualität es eigentlich verdient. Es gibt sehr gute Alternativen in Deutschland, die sich vor St. Gallen nicht verstecken müssen. Bei St. Gallen wirkt das Netzwerk sehr stark!

franzi: Halten Sie die Universität Passau, verglichen mit guten Privathochschulen, für konkurrenzfähig?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Es gibt einzelne Studiengänge, die dort sehr interessant sind; pauschal kann ich die Frage aber nicht beantworten.

franzi: Welche Studiengänge der Uni Passau finden Sie interessant?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Vor allem Kulturwissenschaften, auch einzelne BWL-Disziplinen sind nicht schlecht in ihrer Reputation. Genaues hängt von den Bedürfnissen der einzelnen Unternehmen ab.

Gast9: Wie bekannt/"angesehen" sind die französischen Grandes Écoles unter Personalverantwortlichen in Deutschland?

philippe1: Wie sehen Sie die französischen Grandes Écoles (HEC, ESSEC, ESCP-EAP) im Vergleich zu deutschen Hochschulen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Die Einrichtungen sind durchaus bekannt und angesehen. Vielfach zählt aber die Tatsache der Auslandserfahrung mehr als das Ranking der Schulen in Frankreich. Die Grandes Écoles sind in ein anderes Konzept eingebettet, das sich nicht eins zu eins übertragen lässt: Mein Problem mit ihnen ist, dass die eigentliche Prüfung der Einstieg ist; nicht die Abschlussprüfung.

Sniffler: Das ist an den amerikanischen Efeu-Universitäten aber ähnlich!

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das ist weitgehend richtig!

michael1: Was halten Sie von der Uni Maastricht?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das Konzept ist nicht schlecht, der eine Absolvent, den ich kennen gelernt habe, ist ein pfiffiger Vertreter seines Faches.

Im nächsten Teil:

abu1: Was halten Sie von der International University in Germany, Bruchsal?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Das Konzept scheint sich nicht so zu entwickeln, wie es geplant war. Es bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. Die Studenten, die ich bisher kennen gelernt habe, haben mich nicht vom Hocker gerissen, aber das ist sehr individuell bestimmt.

abu1: War Ihre Aussage eher positiv oder negativ zu bewerten? Bei welcher Gelegenheit war das?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Bei einer Recruiting-Veranstaltung. Außerdem kenne ich einen der Mitgründer, der als ehemaliger Kollege - nicht von Accenture - einen gewissen Eindruck hinterlassen hat.

Gast9: Wie bewerten Sie die Aufbaustudiengänge, zum Beispiel einen Masters in International Business oder ähnliches, der einschlägigen privaten Hochschulen (ESCP-EAP.) vor allem als Zusatzqualifikation?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Diese können im Einzelfall sehr interessant sein; es gilt aber, genau abzuwägen, was man damit erreichen will. Das wiederum hängt von der Eingangsqualifikation genauso ab wie von der Zielrichtung.

Mirja1: Vielleicht wurde das Thema schon behandelt: Was halten Sie von privaten Anbietern des MBA-Abschlusses? Existiert eine Empfehlungsliste zur Orientierung?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Grundsätzlich können diese Anbieter eine gute Qualifikation anbieten. Mir ist eine Empfehlungsliste nicht bekannt, es gibt aber einschlägige Zertifizierungsorganisationen (AACSB, FIBAA). Es gibt sehr viele Institutionen, die einen MBA vergeben; nicht alle sind seriös.

AliBaba1: Würden Sie das Wirtschaftsinformatik-Studium an der EBS empfehlen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Durchaus, es gibt wohl einige sehr renommierte Professoren und gute Praxiskontakte.

michael1: Wieso hat die Bucerius Law School im Gegensatz zu den anderen Privathochschulen so gut abgeschnitten?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ich weiß es nicht, weil ich die Schule nicht aus eigener Anschauung und auch nicht aus Gesprächen mit Studenten kenne.

xyz1: Aus welchen Gründen bewerten Sie die ESB Reutlingen besser als das European Business Programme (EBP) der FH Münster?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Weil ich mehrere hundert Studenten und Absolventen des ESB kennen lernen konnte, aus Münster aber nur sehr wenige. Die Reutlinger haben einfach einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht.

shellac1: Wie schätzen Sie die WHU oder EBS in Bezug auf die Ausbildungsqualität ein?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Grundsätzlich gut, aber es gibt – wie immer im Leben – Verbesserungsmöglichkeiten. An der EBS zum Beispiel die Internationalität.

Mikael: Welchen Stellenwert haben Ihrer Meinung nach die Fachhochschulen, allen voran die FHTW Reutlingen im Vergleich mit den privaten Hochschulen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Da es sich um ein anderes Ausbildungskonzept handelt, ist es nur schwer zu vergleichen. Beide Formen sind wichtig und nötig, weil es so viele unterschiedliche Studenten gibt.

hzeiss1: Ist die WHU mit ihrem Konzept über das Ziel hinausgeschossen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Vielleicht. Ich kenne nicht genügend Absolventen, um das klar zu sagen; diejenigen, die ich kennen lernen konnte, erwecken aber bei mir ein wenig den Eindruck.

Christoph1: Halten Sie in diesem Zusammenhang den jungen HHL MBA Studiengang für gut?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Siehe Kommentar zur Bucerius School – es kommt auf die Absolventen an, die erst noch in größerer Zahl auf den Markt kommen müssen.

kris1: Was halten Sie von den zwei recht jungen Unis "International University in Germany" und "Stuttgart Institute of Management and Technology" (SIMT)?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Bruchsal: Siehe Chat-Bericht; Stuttgart scheint sich gut zu entwickeln; Absolventen habe ich noch nicht kennen gelernt. Die Architektur der Gebäude ist sehr interessant (wenn das eine Aussage ermöglichen kann ?!)

Sniffler: Sehe ich es richtig, dass die Wahl der Universität überhaupt gar keine Rolle spielt???

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Nein, aber im Vordergrund steht der Mensch.

Marc1: Ist Ihnen die Hochschule für Bankwirtschaft (HfB) ein Begriff? Falls ja, wie beurteilen Sie das Konzept (3-Tage Arbeit/ 3-Tage Studium)?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ja, für eine Karriere in der Bank sehr gut.

randel: Und was halten Sie von dem MBA-Programm bei der RSM (Rotterdam)?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Durchaus gut. Ich kenne einige sehr gute Absolventen

wiese: Bei der HHL wird das Hauptstudium meines Wissens in vier Semestern durchgezogen. Finden Sie das ausreichend?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ja, weil vorher bereits ein Grundstudium woanders absolviert sein muss.

Schwittay: Würden Sie die GISMA/Purdue University in Hannover ähnlich wie der Stifterverband beurteilen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Ich kenne keine Absolventen, ich war noch nicht an der Schule, deshalb: keine Aussage.

pouls0481: Was halten Sie von der ISM Dortmund?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Kenne ich zu wenig, um etwas darüber zu sagen. Der Name des Initiatiors (Goedevert) spricht zunächst für Qualität; aber was dann entsteht, kann ich mangels Erfahrung mit Absolventen nicht beurteilen.

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Sniffler: Können Sie eine europäische Universität nennen, die Ihren Anforderungen annähernd idealtypisch entspricht?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Es gibt gute private Hochschulen; die Entscheidung ist immer eine individuelle der Studenten. Es steht mir als Einstellendem nicht an, diese Entscheidung zu kritisieren, wenn sie gut begründet ist. Es gibt viele staatliche Hochschulen, die mittlerweile Doppeldiplomprogramme anbieten, die nicht von schlechten Eltern sind. Das ist auf alle Fälle eine sehr ernsthafte Alternative.

Martin111: Welche sind Ihre "Top 3" unter den privaten Hochschulen in Deutschland?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Die Antworten haben keine Reihenfolge: Meine persönlichen drei Favoriten sind: EAP, HHL und ESB Reutlingen.

hans1: Und Ihre "Top 3" der staatlichen Unis?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Auf Basis der Profile, die ich bisher gesucht habe: TU Berlin, TU Karlsruhe, Universität Mannheim.

Carlos1: Wo haben Sie eigentlich studiert?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: An der Johann Wolfgang von Goethe-Universität Frankfurt, der TU Berlin und der ESC Toulouse.

HD: Was halten Sie von dem Konzept, dass staatliche Unis MBA- und Executive-Education-Institute ausgründen?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Grundsätzlich sehr gut, wenn es richtig gemacht wird. Darin liegt gerade für Unis ein großes Potenzial der Eigenfinanzierung.

abu1: Würden Sie einen Bachelor of Science Abschluss mit Konzentration auf IT und Business mit einem Diplom-Abschluss in Wirtschaftsinformatik gleichsetzen? Wenn nein, warum?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Nein, weil der Wirtschaftsinformatiker in der Regel fünf Jahre studiert und auch fünf Jahre Inhalt mitbekommt, der Bachelor nur drei Jahre.

Lutz: Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ist kostenlos und weist einige Merkmale einer privaten Uni auf. Wie schätzen Sie diese Uni ein?

Experte Rolf Ernst Pfeiffer: Normalerweise sind die Vordiplom-Noten sehr schlecht, aber viele Personaler wissen das; insgesamt ist es wohl eine gute Uni, aber wer dort beabsichtigt zu studieren, sollte sich vorher den Ort anschauen. Sehr idyllisch, aber nicht das, was sich viele unter studentischem Leben vorstellen.

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