Studie Rekordzahlen bei Studierenden ohne Abi

Die Zahl der Studierenden ohne Abitur in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren vervierfacht. Einige Fächer sind laut einer Studie besonders beliebt.
Medizin- und Zahnmedizinstudenten in einem Anatomie-Hörsaal der Medizinischen Fakultät an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale)

Medizin- und Zahnmedizinstudenten in einem Anatomie-Hörsaal der Medizinischen Fakultät an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale)

Foto: Waltraud Grubitzsch/ ZB/ DPA

Studieren ohne Abitur - das kommt in Deutschland so oft vor wie noch nie: Knapp 60.000 Menschen lernten 2017 an einer Hochschule, ohne vorher die allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife erworben zu haben. Das zeigt eine Studie  des CHE Centrums für Hochschulentwicklung. Demnach hat sich die Zahl der Studierenden in den vergangenen zehn Jahren vervierfacht.

Besonders beliebt sind der Studie zufolge, wie schon im Jahr zuvor, vor allem Fächer aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Gefragt sind aber auch Ingenieurwissenschaften und Medizin.

Weitgehend unbekannt ist laut CHE, dass selbst ein Medizinstudium ohne Abi möglich ist. Rund 800 der insgesamt 109.000 Medizinstudenten erhielten im vergangenen Jahr die begehrten Plätze auch ohne Hochschulreife.

Die Studierenden qualifizieren sich in diesen Fällen über die Berufspraxis. So ersetzt etwa die Note aus einer Meister- oder Fachwirtprüfung die Abinote. Eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie ausreichend Berufserfahrung sind aber immer Pflicht.

Auch die Zahl der Absolventinnen ohne Abi hat sich seit 2007 vervierfacht: 8100 von ihnen erwarben im vergangenen Jahr den Studienabschluss (2007: 1900). Dies sei ein Indiz dafür, "dass die oft zitierte Studierfähigkeit nicht allein vom Abiturzeugnis abhängt", erklärte Sigrun Nickel vom CHE.

ngo/dpa
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