Minderheiten in China Jahrelange Haftstrafen für Studenten

Sie studierten bei einem bekannten Menschenrechtler - und müssen nun ins Gefängnis: Sieben chinesische Studenten wurden zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Nachwuchsakademiker hatten ein Onlineportal über die uigurische Minderheit betrieben.
Lebenslange Haft: Der uigurische Professor Ilham Tohti

Lebenslange Haft: Der uigurische Professor Ilham Tohti

Foto: REUTERS TV / REUTERS

Wegen Separatismusvorwürfen sind in China sieben Studenten, Angehörige der uigurischen Minderheit, zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Wie ein Anwalt am Dienstag sagte, wurden in Ürümqi, der Hauptstadt der westlichen Uigurenprovinz Xinjiang, Strafen zwischen drei und acht Jahren Gefängnis gegen die Angeklagten verhängt. Das Verfahren fand demnach hinter verschlossenen Türen statt.

Die Studenten wurden von dem bekannten uigurischen Professor und Menschenrechtsaktivisten Ilham Tohti unterrichtet, der in Ürümqi Ende September zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Ein Einspruch gegen das Urteil wurde inzwischen abgewiesen. Tohti gibt an, niemals eine Abspaltung Xinjiangs von China angestrebt zu haben.

Der Professor hatte zusammen mit mehreren Studenten ein Onlineportal betrieben, in dem er über die Lage der Uiguren informierte. Kritiker sehen das Urteil als Versuch der regierenden Kommunistischen Partei Chinas, einen prominenten Kritiker ihrer Politik in Xinjiang sowie seine Anhänger zum Schweigen zu bringen. Immer wieder waren in China in der Vergangenheit harte Urteile bis hin zur Todesstrafe gegen Angehörige von Minderheiten gefällt worden.

Xinjiang ist die Heimat der muslimischen Minderheit der Uiguren. Diese fühlen sich von Peking seit Jahren benachteiligt und durch die systematische Ansiedlung von Han-Chinesen an den Rand gedrängt. Seit einem Jahr gibt es in der Provinz vermehrt Proteste, Unruhen und Anschläge, bei denen bereits Hunderte Menschen getötet wurden.

him/AFP
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