FDP-Chef beschwert sich Lindner darf nicht an der Uni Hamburg reden

Christian Linder soll bei einer Veranstaltung der Uni Hamburg nicht auftreten dürfen. Nun hat er sich bei der Senatorin beschwert - und fordert sie zu einer klaren Positionierung auf.

Darf nicht bei einer Veranstaltung der Universität Hamburg reden: Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner
FELIPE TRUEBA/ EPA-EFE/ REX

Darf nicht bei einer Veranstaltung der Universität Hamburg reden: Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner


Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner kritisiert, dass er bei einer Veranstaltung in der Universität Hamburg nicht reden darf. Das habe ihm deren Präsident ohne Begründung mitgeteilt, sagte der Politiker am Dienstag. Lindner beschwerte sich daraufhin schriftlich bei Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne).

Er halte es für "höchst bedenklich", dass die Uni Debatten ihrer Studentinnen und Studenten mit Politikern wie ihm ablehne, heißt es in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und den Lindner auf Twitter veröffentlichte.

"Ich fordere Sie daher auf, mit der universitären Selbstverwaltung das Gespräch zu suchen und dafür Sorge zu tragen, dass auch die Universität Hamburg wieder zum Ort des lebendigen politischen Meinungsaustauschs werden kann."

Laut Lindner ging es um eine Diskussionsveranstaltung der Liberalen Hochschulgruppe im November. Er habe in den vergangenen Jahren an Dutzenden Veranstaltungen dieser Art an Hochschulen in Deutschland teilgenommen.

Lindner warf Fegebank zudem vor, sie habe sich schon im Fall Lucke nicht zu einer klaren Positionierung bewegen lassen: "Es verdichtet sich der Eindruck, dass Frau Fegebank nur die Meinungen toleriert, die ihrer eigenen entsprechen", sagte der FDP-Politiker. "Die Hochschule ist aber offen für den demokratischen Austausch mit allen."

In der vergangenen Woche hatten lautstarke Proteste an der Universität Hamburg die erste Vorlesung des AfD-Mitbegründers Bernd Lucke seit seiner Rückkehr in den Lehrbetrieb verhindert. Die Protestierenden riefen immer wieder "Hau ab", einige bewarfen den Wirtschaftswissenschaftler mit Papierkugeln. Nach fast zwei Stunden verließ er die Universität, ohne sich Gehör verschafft zu haben. Am Tag darauf konnte Lucke dann aber ein Seminar geben, am Mittwoch (23. Oktober) soll seine nächste Vorlesung stattfinden.

faq/dpa

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Seite 1
laffleur 22.10.2019
1.
"Es verdichtet sich der Eindruck, dass Frau Fegebank nur die Meinungen toleriert, die ihrer eigenen entsprechen", sagte der FDP-Politiker. "Die Hochschule ist aber offen für den demokratischen Austausch mit Allen." Wurde er von ihr oder der Uni Leitung ausgeladen? Was soll also so ein dummer Spruch?
spontanistin 22.10.2019
2. Geschliffene Rhetorik ....
... ist noch lange nicht identisch mit seriöser Wissenschaft! Und "seriös" sowie "fachlich fundiert" und "nicht oberflächlich" sollten doch Mindestansprüche an einen Berufspolitker sein, der sich im akademischen Raum artikulieren will. Lindner als Dünnbrettbohrer ist daher besser bei der Klientel aufgestellt, für die er Interessenpolitik betreibt.
shardan 22.10.2019
3. Weiß Gott...
Weiß Gott, ich kann Lindner nicht ausstehen. Aber Lucke darf reden und Lindner nicht? Da hat Lindner mal recht, dass hat mehr als nur ein Geschmäckle. Das ein Rechtsaußen wie Lucke da kein Problem hat, Linder aber rausgesetzt wird, wirft ein seltsames Licht auf die Entscheider - wo sehen diese sich bitte im politischen Spektrum? Rechts? Oder gar rechtsradikal? Es gibt mehrere Möglichkeiten, zu entscheiden. Kein Politiker darf reden - sachlich möglich, halte ich in einer Demokratie aber für unklug. Jeder darf reden - im Fall Lucke bin ich nicht begeistert, jedoch haben die Studenten recht gut deutlich gemacht, was sie von ihm halten, daneben muss eine funktionierende (!) Demokratie das ertragen können. Oder die Uni filtert - diesen Weg hat die Uni beschritten. Auch möglich, wenn eine Auswahl ausschließlich Auswüchse einschränkt. Das hat die Uni hier nicht nur nicht getan, sondern ad absurdum ins Gegenteil verklärt. Ist der Stab der Uni schon so unterwandert?
pegoce 22.10.2019
4. Lucke
wurde als Lehrkraft der Universität von der selbigen nicht unterstützt. Stattdessen werden die Handlungen eines Mobs toleriert. Der ASTA, der den Mob organisierte, hat eine Legitimation von rd. 17 % der Studierenden. Sogar "BENTO" unterstützt die Handlungen gegen Lucke. Es durfte "Nazischwein" und andere Beleidigungen gerufen werden, er durfte mit Gegenständen beworfen werden. Eine Studentin durfte versuchen, seinen Laptop zu beschädigen, etc. Das ist Meinungskultur an der UNI Hamburg. Das ist nichts anderes als die gleiche respektlose Art, die die ewig Gestrigen, Pegidiasten und bonierten AFD-Verschwörungstheoretiker an den Tag legen. Und nein, das ist keine durch die "Wir-sind-die-Guten" legitimierte Art. Das ist einfach Intoleranz.
locust 22.10.2019
5.
Jetzt bedient sich auch schon Herr Lindner des Narrativ 'Meinungsfreiheit'. Kann dem auch noch mal jemand erklären, dass Meinungsfreiheit niemals bedeutete, dass man das durchboxen kann was einem heilig ist und der lauteste Brüllaffe nicht per se derjenige ist der Recht hat? Soll er halt ne Kneipe in HH mieten und Einladungen an der Uni HH verteilen. Neoliberale BWLer gibt es an der Universität genügend, die machen aber zumindest keinen offiziellen Wahlkampf. Aber so ganz ungeschickt ist das FDP-Maskottchen dann freilich nicht. Sich an Frau Katharina Fegebank zu wenden ist nicht dumm. Hat sie schließlich schon so einige dumme Sachen in HH durchgewunken. Musste sich halt nur nach einer neuen Kneipe umsehen, in St.Pauli war sie nicht gern gesehen. A propos Kneipe, könnten dann nicht die Fegebank und der Lindner.....? Sachen gibts.
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