Datenleck Interne Papiere enthüllen Rechtsextremismus bei Burschenschaften

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Rechts außen: Bis an den Rand des Erlaubten


Fackel-Soirée auf dem Burschentag 2011: "Deutschland, Deutschland über alles..."
Christian Fuchs

Fackel-Soirée auf dem Burschentag 2011: "Deutschland, Deutschland über alles..."

In einem Brandbrief schreibt die liberal-konservative "Stuttgarter Initiative" im März 2010 an alle Mitgliedsbünde der DB:

"Wir wenden uns auch an Sie, weil wir der Meinung sind, dass den erkennbaren rassistischen und extremistischen Tendenzen durch ein massives Gegengewicht, unabhängig von Kartellzugehörigkeiten, Einhalt geboten werden muss."
(DB-Schnellinformation Nr. 15 im Geschäftsjahr 2009/2010)

Dann beziehen sich die Verfasser auf das Verhalten rechtsextremer Burschenschafter auf dem Burschentag 2009:

"Andere Sticheleien zur Darstellung der eigenen Geisteshaltung bewegten sich in Sprache und Auftreten geschickt entlang gerade noch nicht verbotener Grenzen. Provokationen durch indirekt ausgedrückte Verehrung von Personen und Gedanken der nationalsozialistischen Zeit führten zu der Erkenntnis, die wie folgt zusammengefasst werden kann: 'Diese Vorgänge und Verhaltensweisen beim BT 2009 sind nur Symptom für die gedankliche Spaltung der Deutschen Burschenschaft, die sich in den letzten Jahren vertieft hat, auf Verbandsebene ständig verdrängt wurde und dadurch zur Unverträglichkeit führte.'"
(DB-Schnellinformation Nr. 15 im Geschäftsjahr 2009/2010)

Auch der Abschlussbericht zu den Regionalkonferenzen von Februar 2010 konstatiert die Gefahr vom rechten Rand:

"Die Folgerungen für die Aufnahmekriterien der Deutschen Burschenschaft, welche man dort aus Rassentheorien herzuleiten sucht, sind nicht nur unvereinbar mit den Grundsätzen der Ehre und Freiheit, sie schaden auch dem öffentlichen Ansehen der DB. Zudem haben sie das Potential, den Verband in die rechtstaatliche Illegalität zu treiben und derart die Weitergabe von burschenschaftlichen Idealen und Wertvorstellungen an die akademische Jugend dauerhaft zu behindern, zu verhindern. Nicht zuletzt drohen sie ferner, die burschenschaftliche Arbeit zahlloser Alter Herren im öffentlichen Raum - in Politik und Gesellschaft - zu diskreditieren.
(Nachrichtenblatt 308 vom 6. Februar 2010)

Im Februar 2010 lädt die Burschenschaftliche Gemeinschaft - die rechtsgerichtete Fraktion innerhalb der Deutschen Burschenschaft - zu einem Vortrag von Philippe Rushton, einem kanadischen Psychologen, dessen Rassetheorien auch von SPIEGEL ONLINE beleuchtet wurden. In der Einladung steht:

"Seine Grundthese hat zum Inhalt, daß in sämtlichen Teilbereichen auf der einen Seite die asiatische Rasse steht, nahe neben ihr, aber deutlich in der Mitte, die weiße Rasse, und auf der anderen Seite der Skala jene der Schwarzen. Dies äußert sich in einer Überlegenheit der asiatischen Rasse im durchschnittlichen Vergleich bei Messungen etwa der Gehirngröße, der Intelligenz sowie der Lebenserwartung, dicht gefolgt vom Durchschnitt der weißen Rasse. Auf der anderen Seite der Skala aber beindet sich mit deutlichem Abstand der Durchschnitt der schwarzen Rasse. Umgekehrt jedoch 'führt' der schwarze Durchschnitt bei Studien über die Wachstumsgeschwindigkeit des Körpers, den Testosteronspiegel, den Muskelaufbau, aber auch bei Kriminalitätsraten, außerehelicher Kinder sowie HIV-Inizierungen. Wiederum liegt der weiße Durchschnitt in der Mitte, knapp vor dem Durchschnittswert der Asiaten."

"Prof. Rushtons Thesen mögen in der heutigen Zeit nicht der politischen Korrektheit entsprechen, viel zu sehr widersprechen sie der linken Utopie der 'Gleichheit aller Menschen'. Prof. Rushton ist aber kein Politiker, der sich mit viel heißer Luft von Wahl zu Wahl retten muß, sondern ein Wissenschafter von Weltrang, der sich an die Ergebnisse akademischer Forschungsarbeit hält."

(DB-Schnellinformation Nr. 11 im Geschäftsjahr 2009/2010)

- orthographische Fehler wie im Original -

Burschen-Leaks: Einblick in eine verschworene Gemeinschaft

insgesamt 382 Beiträge
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Seite 1
BartSimpson, 15.07.2011
1.
Zitat von sysopEs ist ein Desaster für die Deutsche Burschenschaft: Eine Fülle brisanter interner Dokumente ist an die Öffentlichkeit durchgesickert. Die Protokolle und Strategiepapiere legen die desolate Lage der Studentenbünde offen - und*ihre Unfähigkeit, rechtsextremen Brüdern Einhalt zu gebieten. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,774524,00.html
Jetzt bin ich aber überrascht.
wolffsohn 15.07.2011
2. Europas Antidemokraten Sorgen Uns...
ZITAT: "Den Trend der antidemokratischen, sich gegen die Menschen Europas richtenden Strömungen kann man nur aufhalten, wenn man Brüssel mehr Entscheidungsmacht überantwortet und Europa anstelle eines Kommissionspräsidenten jetzt endlich einen gemeinsamen Präsidenten nach Vorbild der USA benennt, der den Staatsregierungen und seinen Gouverneuren übergeordnet ist. Zur Zeit aber erlebt Europa den Fortschritt des Rückschritts." Den ganzen Artikel lesen Sie hier: http://brainlux-contor.blogspot.com/2011/07/danemarks-nazis-zerstoren-europa.html
Berta, 15.07.2011
3. Und sowas sitzt später wieder
in den Verwaltungen usw. hört das denn nie auf.
joey55 15.07.2011
4.
Jämmerlich ist allein dieser Bericht. 40 von 123 Burschenschaften dominieren den Verband? Lächerlich. Dass sich der Spiegel einer Berichterstattung über Gewalttaten gegenüber Verbindungsstudenten jeder Couleur verweigert ist bezeichnend. Das ist nichts als reiner Skandaljournalismus, der sich auf vereinzelte Dokumente und Aussagen stützt, aber die Veröffentlichung liberaler Beschlüsse und Dokumente unetrlässt.
otto huebner 15.07.2011
5. wer wie ein clown ..........
Zitat von sysopEs ist ein Desaster für die Deutsche Burschenschaft: Eine Fülle brisanter interner Dokumente ist an die Öffentlichkeit durchgesickert. Die Protokolle und Strategiepapiere legen die desolate Lage der Studentenbünde offen - und*ihre Unfähigkeit, rechtsextremen Brüdern Einhalt zu gebieten. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,774524,00.html
rumlaeuft wird wie ein clown wahrgenommen. die nimmt doch KEINER wirklich ernst.
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