Der kleine Prinz Harry soll beim Examen geschummelt haben

Bei einer Kunstprüfung habe der britische Prinz Harry sich zu einer guten Note verhelfen lassen, behauptet eine Lehrerin des Elite-Internats Eton. Der 20-jährige Prinz dementiert, das Königshaus ist einmal mehr nicht amüsiert.


Prinz Harry: Harte Vorwürfe
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Prinz Harry: Harte Vorwürfe

Die Vorwürfe, die Sarah Forsyth erhebt, sind gravierend: Sie sei aufgefordert worden, Schüler Prinz Harry bei einem Test zu helfen, sagte die inzwischen entlassene Lehrerin in Eton nach einem Bericht der Zeitung "News of the World". Vor etwa zwei Jahren stand demnach für Harry eine Kunstprüfung am Elite-Internat Eton an. Sie habe dem Prinzen die Antworten gegeben und so zur Note B verholfen, behauptet Forsyth.

Durch brillante Schulleistungen war Prinz Harry nicht aufgefallen: Neben dem B in Kunst, was der deutschen Note Zwei entspricht, erhielt er im anderen Abiturfach Erdkunde ein D, also eine Vier. Er brauchte aber vorzeigbare Noten in zwei Abiturfächern, um seine Ausbildung an der Militärakademie in Sandhurst beginnen zu können. Und dort bestand der jüngere der beiden Söhne von Prinz Charles und Diana den ersten Aufnahmetest vor einem Jahr tatsächlich - sogar mit Bestnote.

Vor einem Jahr veröffentlichte das britische Königshaus ausnahmsweise private Fotos von Prinz Harry - zum Beispiel mit einem gerahmten Bild seiner verstorbenen Mutter auf seinem Schreibtisch Harry in Eton: Schabernack für den Fotografen Auch Prinzen müssen Schuhe putzen
Harry (links) mit Skelett und einer mit Farbe beklecksten Malerschürze über der Schuluniform Gute Freunde: Die britischen Royals mögen Hunde - Harry zum Beispiel die des Eton-Hausmeisters Theater: Prinz Harry bei einem Shakespeare-Stück in Eton

Harry in Eton - klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen.

Ende September wurde offiziell verkündet, dass Harry die Ausbildung bei den Streitkräften im Januar antreten soll. Sarah Forsyth streut nun Zweifel an seinen Leistungen und behauptet, sie habe von einer führenden Lehrkraft die Anweisung erhalten, Harry zu helfen. Den Vorwurf wurde öffentlich bekannt, als Forsyth zu einer Anhörung erscheinen sollte, bei der es um ihre Entlassung nach der Probezeit und um sexuelle Diskriminierung in Eton ging.

Zwei Stunden lang wurde zunächst über die Nichtverlängerung ihres Arbeitsvertrages debattiert, bis die Anhörung auf nächsten Donnerstag vertagt wurde. Dann soll es auch speziell um Prinz Harry gehen.

Bestreitet den Prüfungsbetrug: Harry (in Eton)
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Bestreitet den Prüfungsbetrug: Harry (in Eton)

Sarah Forsyth lehnt einstweilen jede Stellungnahme sowohl zu ihrer Entlassung als auch zum Schummel-Vorwurf ab. Der wird energisch bestritten - sowohl vom Königshaus und vom Elitecollege Eton als auch vom Prinzen selbst.

So nannte die Schulleitung die Behauptungen "absurd", es handele sich um "unbegründete Anschuldigungen einer unzufriedenen Lehrerin im Rahmen ihres Streits mit der Schule". Ein Gutachter habe die Prüfung untersucht und sei zu dem Schluss gekommen, der anonym gehaltene Kandidat habe nicht betrogen. Darauf verwiesen auch Prinz Harry und das Königshaus.



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