Deutschlands Uni-Typen "Männchen, die Kinder gebären - das gefällt mir"

Für Paul Parszyk, 25, muss Ästhetik wehtun. Darum ließ er sich Nasenscheidewand und Nasenwurzel durchbohren und aristotelische Begriffe auf die Brust stechen. So will der Philosophiestudent mit seinem modifizierten Körper großen Denkern huldigen.

Paul Parszyk, Philosophiestudent: Ästhetik bedeutet für ihn auch Schmerz (Mehr Uni-Typen? Einfach auf das Bild klicken!)
Grit Schwerdtfeger

Paul Parszyk, Philosophiestudent: Ästhetik bedeutet für ihn auch Schmerz (Mehr Uni-Typen? Einfach auf das Bild klicken!)


Natürlich will er auch ein bisschen auffallen und provozieren mit den ganzen Piercings und Tattoos, die er am Körper trägt. Aber für den Erfurter Philosophiestudenten Paul Parszyk, der in Polen geboren wurde, ist der Schmuck weit mehr als nur optisches Klimbim. "Ich verspüre einen besonderen Drang zur Selbstmodifikation", sagt er. In der modernen Welt werde man doch immer stärker "fremdbestimmt", da sei es wichtig, zumindest noch Kontrolle auszuüben über das, "was man noch kontrollieren kann: den Körper".

Außerdem findet Paul, dass "echte Ästhetik" ohne Schmerz nicht funktioniert. Man muss das nicht unbedingt verstehen, klar ist auf jeden Fall, dass sich der 25-Jährige auch deswegen regelmäßig ein bisschen von Piercern und Tätowierern quälen lässt. Zwischen seinen grünen Augen blitzt ein eisernes Stäbchen an der Nasenwurzel, seine Unterlippe ist mit drei silbernen Ringen gepierct, außerdem hat er sich die Nasenscheidewand durchstechen lassen.

Auf Brust und Arme hat er sich die griechischen Wörter "Katharsis" (Läuterung), "Phobes" (Furcht) und "Eleos" (Mitleid) tätowieren lassen. "Eine Huldigung an den Philosophen Aristoteles", verrät Paul. Was kommt als Nächstes? "Ein Seepferdchen-Tattoo an der linken Wade, weil der Philosoph Schopenhauer seine Thesen oft anhand von Tieren erklärt hat. Und weil bei den Seepferdchen die Männchen die Kinder gebären. Damit stellen sie das Weltbild so schön auf den Kopf", sagt Paul, "das gefällt mir."

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insgesamt 151 Beiträge
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Frau_von_heute 16.12.2013
1. Ohje,
..welches Weltbild hat denn dieser arme Mann, daß er seinen Körper so mainstreamig maltraitieren lassen muß? Und was Ästhetik damit zu tun hat - vielleicht in gewissen Kreisen? Das ist ja zum konservativ Werden
RichardDuddenberg 16.12.2013
2. Wer?
Wer sich so wie auf dem Foto gesehen mit Drähten und Metallstücken verunziert, huldigt nicht den großen Denkern, sondern fällt zurück in die Steinzeit. Da man damals Metalle noch nicht kannte, schob man sich ersatzweise Knochen durch Nase und Mund. Sich hier auf die großen Denker zu berufen, grenzt schon an großer Dummheit.
laleczka 16.12.2013
3. man könnte im Uni-Spiegel von so vielen interessanten Dingen berichten...
...und dann ständig sowas? ja, an der Uni laufen Leute rum, die anders angezogen sind als der Rest... Aber da gibt es auch wirklich relevantere Themen...
naugrimm 16.12.2013
4. Blabla
Piercings und Tatoos sind so mainstream das sie eigentlich schon Kennzeichen des Angepassten sind. Zumindest im urbanen Raum. Und eine sogenannte Kontrolle über den Körper ist eine schöne Illusion des jungen, und damit noch unsterblichen, Menschen. Insofern mal wieder nichts als blabla desjenigen der sehnsuchtsvoll der Individualität nachjagt. Das nennt ich Kinderphilosopie.
ColynCF 16.12.2013
5.
Zitat von sysopGrit SchwerdtfegerFür Paul Parszyk, 25, muss Ästhetik weh tun. Darum ließ er sich Nasenscheidewand und Nasewurzel durchbohren und aristotelische Begriffe auf die Brust stechen. So will der Philosophiestudent mit seinem modifizierten Körper großen Denkern huldigen. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/deutschlands-uni-typen-taetowiert-und-gepierct-in-den-hoersaal-a-938968.html
Wenn einem sonst nix mehr einfällt um in die Schlagzeilen zu kommen, dann halt so was. SPON steigt gern drauf ein. So - die 15 Minuten Ruhm sind vorbei. Was stand übrigens im Artikel? Hab keine Zeit sowas zu lesen.
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