Deutschlandstipendium Nur knapp 20.000 Studenten profitieren

Es klingt wie ein Erfolg: Die Zahl der vom Bundesministerium vergebenen Deutschlandstipendien ist beinahe um die Hälfte angestiegen - allerdings auf nur 19.700. der Anteil der Stipendiaten ist damit weiter sehr gering, vor allem in Hamburg.

Studenten in Frankfurt an der Oder (Archivbild): 19.700 Stipendiaten
DPA

Studenten in Frankfurt an der Oder (Archivbild): 19.700 Stipendiaten


Wiesbaden - Sie werden mehr und bleiben trotzdem wenige: Die Zahl der Studenten, die vom Bildungsministerium mit einem Deutschlandstipendium gefördert werden, ist 2013 auf etwa 19.700 gestiegen. Das entspricht einem Anstieg um fast 5.900 Stipendien und 42 Prozent, wie das Statistische Bundesamt und das Bundesbildungsministerium mitteilten. Der Anteil der geförderten Studenten bleibt aber überschaubar: Er lag im vergangenen Wintersemester bei 0,76 Prozent.

Langfristig sollte das Deutschlandstipendium, mit dem seit Sommer 2011 besonders gute Studenten gefördert werden, eigentlich acht Prozent von ihnen zugute kommen - im aktuellen Koalitionsvertrag wurde dieses Ziel auf zwei Prozent gesenkt. Es sollen laut Statistischem Bundesamt diejenigen gefördert werden, "deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt". Die Finanzspritze von monatlich 300 Euro wird je zur Hälfte vom Bund und von privaten Geldgebern finanziert.

Bildungsministerien Johanna Wanka zeigte sich über den Anstieg der vergebenen Stipendien erfreut: "Wir sind auf dem richtigen Kurs", sagte sie. Das Deutschlandstipendium habe sich in der deutschen Hochschullandschaft etabliert. Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Elke Hannack, bezeichnete das Förderprogramm hingegen als "Ladenhüter". Sie forderte die Regierung auf, das Deutschlandstipendium einzustellen und stattdessen junge Menschen aus einkommenschwachen Familien mit höheren Bafög-Sätzen zu unterstützen. Was eine Bafög-Erhöhung angeht ist das Deutsche Studentenwerk allerdings skeptisch. Für das laufende Jahr erwartet der Dachverband der Studentenwerke keine nennenswerte Erhöhung.

In Hamburg werden 51 Studenten gefördert

Die meisten Stipendiaten hatten das Deutschlandstipendium wie im Vorjahr Nordrhein-Westfalen (5400), Bayern (3100) und Baden-Württemberg (2800). Den stärksten Anstieg verzeichnete Hessen: Dort stieg der Anteil der Deutschland-Stipendiaten um 79 Prozent auf 1800. Die wenigsten Studenten werden in Hamburg unterstützt, wo nur 51 an dem Förderprogramm teilnehmen. 2013 warben die Hochschulen dafür 21 Millionen Euro Fördermittel ein - das waren 61 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Das Deutschlandstipendium soll talentierte sowie ehrenamtlich engagierte Studenten fördern und kann normalerweise nicht mit Zuschüssen von einem der Begabtenförderungswerke kombiniert werden. Sobald deren Überweisungen an einen Studenten durchschnittlich 30 Euro im Monat übersteigen, kommt eine Förderung durch das Programm des Bundesbildungsministeriums nicht mehr infrage. Ob Studenten von dieser Regelung betroffen sind, können sie auf der Seite des Deutschlandstipendiums überprüfen.

  • Thomas Gatter
    Tausende Studenten in Deutschland profitieren von Stipendien. Doch nach der jüngsten Erhöhung des Büchergelds wehren sich manche von ihnen - zum Beispiel Benjamin Paaßen. mehr....

mxw/dpa/AFP

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Sollte 21.05.2014
1. Ein Witz
Ich studiere zwei Studiengänge Parallel, habe weitaus besserer Noten als der Durchschnitt (im 1,x Bereich) und engagiere mich massiv in der Fachschaft (Vorstand). Ich kam nicht einmal in die engere Auswahl. Klar denkt man sich nun - Sauer über die Ablehnung - aber ich frage mich wirklich nach welchen Kriterien diese Stipendien vergeben werden.
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