E-Mail gegen Studiengebühren Service für müde Revoluzzer

Studentischer Zeitmangel zählt nicht mehr als faule Ausrede für fehlendes Aufbegehren: Mit wenigen Mausklicks kann der Schreibtischprotestierer jetzt per E-Mail allen Abgeordneten seiner Stadt schreiben, wie wenig er von Studiengebühren hält.


Massenmail gegen Studiengebühren: Krieg den E-Briefkästen?

Massenmail gegen Studiengebühren: Krieg den E-Briefkästen?

Post an den eigenen Abgeordneten - klingt eigentlich ebenso altbacken wie wenig Erfolg versprechend. Wer kennt schon seinen lokalen Mandatsträger, geschweige denn dessen Post- oder E-Mail-Adresse. Doch diesen Service übernimmt jetzt das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) auf seiner Homepage www.gute-bildung.de - und spielt den elektronischen Briefträger noch dazu.

Für den müden Revoluzzer geht im Netz alles ganz einfach: Schnell die eigene Postleitzahl eintragen, ein buntes Kartenmotiv wählen und den Namen darunter setzen, schon sucht das E-Tool der Seite die zuständigen Abgeordneten und schickt ihnen die personalisierte Protest-Mail.

Langzeitstudent: Motiv für Schreibtischprotestierer

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Wegen der in vielen Bundesländern drohenden Studiengebühren hatte das ABS hatte kürzlich schon eine Kampagne gegen die rot-grüne Bundesregierung gestartet. Nun droht ABS-Geschäftsführer Christian Schneijderberg den Politikern freundlich mit einem vollen E-Briefkasten: "Normalerweise beschäftigen sich nur Bildungspolitiker mit dem Thema Studiengebühren. Jetzt werden auch andere Abgeordnete merken, dass die Studierenden gegen jede Form von Studiengebühren sind."

Die Kampagne "Gute Bildung braucht Zeit" des ABS richtet sich gegen jede Form von Studiengebühren, auch gegen durch Studienkonten oder Bildungsgutscheine versteckte. In dem bundesweiten überparteilichen Bündnis sind etliche Studentenvertretungen sowie Verbände, Gewerkschaften und Parteien organisiert.



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