Eichstätt Geldsegen für Katholische Universität

Die bayerischen Bischöfe wollten den Einfluss der katholischen Kirche auf die Universität Eichstätt ausweiten. Jetzt wurden die finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen: 1,3 Millionen Euro mehr pro Jahr lassen sich die sieben Diözesen ihre Hochschule kosten.


Bis vor kurzem hing an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) der Haussegen schief, jetzt kann sich die einzige katholische Hochschule im deutschen Sprachraum über einen Geldsegen freuen: 1,3 Millionen Euro sollen jährlich zusätzlich zu den regulären Haushaltsmitteln in die Kasse der Universität im bayerischen Altmühltal fließen. Das beschlossen die Bischöfe der sieben bayerischen Diözesen bei ihrer Herbstvollversammlung in Freising, wie der Münchner Erzbischof Reinhard Marx am Donnerstag mitteilte.

KU Eichstätt: Bayerische Bischöfe spendieren 1,3 Millionen Euro zusätzlich
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KU Eichstätt: Bayerische Bischöfe spendieren 1,3 Millionen Euro zusätzlich

Der Beschluss gilt zunächst für drei Jahre. "Die bayerischen Bischöfe stehen einstimmig zur Uni Eichstätt", sagte Marx. Die zusätzlichen Mittel sollen die Forschung voranbringen und dazu beitragen, dass die Universität konkurrenzfähig bleiben könne. Das sagte Peter Beer, Leiter des Katholischen Büros Bayern, welches als Bindeglied zwischen der Katholischen Kirche in Bayern und der Regierung des Freistaates fungiert. Mehr als 80 Prozent des Haushalts, der ungefähr 40 Millionen Euro umfasst, finanziert der Freistaat Bayern, den Rest tragen die bayerischen Bistümer.

Die Katholische Universität hatte im vergangenen Semester mit einem beispiellosen Streit um die Führung der Hochschule auf sich aufmerksam gemacht: Im Mai war der Theologe Ulrich Hemel am Widerstand der Kirche als Präsident gescheitert. Kurz darauf wurde der bisherige Kanzler der Universität, Gottfried Freiherr von der Heydte, mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Der Senatsvorsitzende Maximilian Fuchs war daraufhin von seinem Amt zurückgetreten. Der Vorsitzende der katholischen Bischöfe Bayerns, der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, betonte damals jedoch, alle Oberhirten trügen die Entscheidungen Hankes voll mit.

Die Ankündigung des Eichstätter Bischofs Gregor Hanke, den Einfluss der katholischen Kirche auf die Hochschule auszuweiten, hatten Studenten und Lehrende in den vergangenen Tagen scharf kritisiert. Die Bischöfe wünschen sich jedoch eine stärkere Profilierung der Hochschule als katholische Bildungseinrichtung: "Dieses Profil meint nicht nur das Konfessionelle", sagte Marx. Vielmehr bedeute diese Profilierung, "aus dem Horizont des christlichen Glaubens heraus" Wissenschaft zu betreiben. Die Eichstätter Uni solle sich beispielsweise im Bereich der Bildungsforschung einen Namen machen, wünschen sich die Bischöfe.

wie/dpa

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