Examen in Oxford Eierwurf verboten

Studenten aus Oxford pflegen skurrile Traditionen: Vor lauter Glück bewerfen sie einander nach dem Examen gern mit Eiern oder plumpsen in den Fluss. Das will die Nobel-Universität jetzt verbieten, weil sie um ihren guten Ruf bangt.


Oxford-Geschoss: Bitte kein Eiersalat
DPA

Oxford-Geschoss: Bitte kein Eiersalat

Nach den Prüfungen sind die Studenten der Elite-Universität in Oxford stets außer sich vor Freude. Eier schmeißen, in den Fluß Cherwell springen, ihre Freunde mit reichlich Sekt duschen oder mit Rasierschaum sprühen - das alles zählt seit Jahren zum festen Repertoire der Absolventen. Früher haben ihre Eltern versucht, ihnen beizubringen, dass man mit Lebensmitteln nicht spielt. Vergeblich. Nun greifen die Studenten auch zu Mehl oder sogar zu Schweineblut und toten Fischen.

Nach dem Willen der Universität soll sich das schleunigst ändern. Die Hochschulleitung drohte ihren Studenten jetzt mit Sanktionen: Wer sich daneben benimmt, soll künftig 30 bis 70 Pfund (45 bis 105 Euro) zahlen. Es reiche, wenn man zum Beispiel Eier oder Rasierschaum bei sich habe, kündigte die Universität an - schon die Absicht ist strafbar. Nur Konfetti soll weiterhin erlaubt sein.

Spaß muss sein. Aber bitte nur ein bisschen

Zu oft gerieten die Abschlussfeiern außer Kontrolle, begründete ein Hochschulsprecher den Strafkatalog. Es habe eine ganze Serie von wilden Parties gegeben. Nun soll der neue Verhaltenskodex im Umkreis von zehn Kilometer rund um das Stadtzentrum gelten. Diese Woche müssen die Studentenvereinigung und andere Hochschulgremien allerdings noch darüber beraten.

Uni Oxford: Hang zu bizarren Ritualen
AP

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Nach Angaben der örtlichen Polizei hat es bisher nur wenige Beschwerden der Bevölkerung gegeben. Es gehe nicht darum, die Begeisterung der Absolventen zu dämpfen oder gar die Feiern ganz zu stoppen, die zur Geschichte von Oxford zählten. Aber die Ordnungskräfte müssten vermeiden, dass jemand verletzt werde - schließlich erinnere jeder sich noch an den Brückenspringer, der nach der Landung im Fluss gelähmt gewesen sei.

Auf einer Brücke im Stadtzentrum soll ein striktes Alkoholverbot gelten. Zudem bat Polizeichef Keith Ringsell um Rücksicht auf Anwohner, die "es nicht schätzen dürften, eimerweise Schweineinnereien auf der Straße zu finden oder auf dem Weg zur Arbeit mit Mehl bestäubt zu werden".

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